Der Meister Morya – oder El Morya – ist einer der verwirklichten  Meister aus der Gemeinschaft von Shambhalla. Seit längst vergangenen Zeiten hat er sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit zu führen. In der Tradition wird er mit dem ersten Strahl der göttlichen Macht auf Erde, dem Strahl des Willens, in Verbindung gebracht. Zusammen mit den Meistern Jesus, Kuthumi und Djwal Khul wirkt er zum Wohle der Menschheit.
Vor einer kleinen Versammlung von ungefähr dreißig Personen wurde Daniel Meurois bei einem Channeling von Meister Morya gefilmt.
Eine univeselle Lehre, frei von jeglichem Dogma, empfangen von Daniel Meurois am 15.Oktober 2010 in der Provence mit der Unterstützung und Liebe von Marie Johanne Croteau-Meurois. Im Folgenden ist die Abschrift seiner Botschaft:

 

Seid willkommen, Freunde.

Ich bin euer Bruder Morya – euer Bruder Morya, der euch einfach nur fragen möchte: Warum seid ihr hier? Weil ihr lernen wollt, Therapeuten zu werden?  Weil ihr Therapietechniken lernen wollt? Weil ihr vielleicht lernen wollt, besser zu lieben, bessere Menschen zu sein?

Wenn ihr das denkt, habt ihr die Antwort nicht genau getroffen. Tief in eurem Inneren wisst ihr – mehr oder weniger bewusst -, dass ihr für die Wahrheit zusammen gekommen seid – nicht nur heute Abend, sondern jedes Mal, dass ihr euch hier versammelt habt. Ich sage nicht, um die Wahrheit zu lernen, denn Wahrheit kann man nicht lernen. Wahrheit wird erlebt, gelebt, Wahrheit offenbart sich. Wahrheit ist die Gegenwart Christi in euch. Wahrheit zu leben bedeutet nicht nur – nicht ganz -, dass ihr jede kleinste Lüge verbannen müsst, denn ich weiß wohl, dass es auf eurem irdischen Weg manchmal kleine Lügen geben kann, die nur dafür da sind, um schlimmeres Leiden oder unnötige Qualen zu verhindern.

Nein, ich spreche hier von der anderen Wahrheit, der echten Wahrheit, die auch Transparenz ist – eine Transparenz, die alle Masken fallen lässt, die alle Rollen, die wir spielen, nach und nach überflüssig macht, damit die Nacktheit unseres Seins – das schönste Gewand – ihre richtige Rolle als wahren Heiler, als Wundertäter, als Christus erfüllen kann.

Lasst euch von dem Wort Christus nicht abschrecken. Es gibt unseren Bruder, den Christus, den ihr kennt, aber es gibt auch das Prinzip des Christus, uneingeschränkt, allumfassend, unendlich. Und jede Lebensform, die diesen Namen verdient, hat die Aufgabe, dieses Prinzip zu verinnerlichen, zu offenbaren, zum Ausdruck zu bringen.

Ihr seid hier, um dieser Wahrheit, dieser christlichen Wahrheit, diesem Prinzip unter allen Prinzipien, näher zu kommen. In diesem Sinne sind die Therapien nur Vorwände; aus menschlicher Hinsicht und für diese Welt sehr nützliche Vorwände, gewiss, aber – mit ein wenig Abstand betrachtet – trotzdem Vorwände. Denn der wahre Heilungsbringer – oder Versöhnungsbringer – ist das Prinzip Christi, das in der Kraft der Wahrheit liegt.

Deshalb sage ich euch, wenn eure Anwesenheit hier für euch wirklich Sinn macht, lasst eure Masken fallen. Oh, ich weiß ganz genau, dass es sich um eine Entscheidung handelt, die ihr schon getroffen habt, als ihr auf diese Welt gekommen seid, um den Weg der Entwicklung eures eigenen Bewusstseins weiter zu beschreiten. Aber die Rollen und die Masken sind hartnäckig und in einer Gruppe wie der euren, oder in jeder Gruppe von Menschen – auch unter denjenigen mit den besten Absichten, mit dem wachsten Bewusstsein, mit der liebsten Haltung – mischt sich immer wieder der Beigeschmack der Persönlichkeiten ein, die verhindern, dass die Wahrheit sich voll und ganz ausdrücken kann.

Könnt ihr das verstehen? Es gibt immer noch zu viele Rollen, es gibt immer noch zu viele Reflexe seitens der Persönlichkeiten, die sich in ihrem eigenen Spiel aufzehren und die anderen dabei ermüden.

Manchmal schaue ich durch ein Lichtfenster und beobachte euch in eurem  Lebensumfeld. Wie euch bereits gesagt wurde, so höre auch ich manchmal das Knirschen eurer Egos: „Den mag ich nicht“, „Die mag ich nicht“, „Ich werde diese Person nicht behandeln“, „Oh, nein, doch nicht die!“, „Meine Energie harmoniert nicht mit dieser anderen Energie“, „Ich werde keinen Schnitt machen“, „ich werde meine Hände nicht da auflegen“, „Das gefällt mir nicht“, „Mein Gefühl spricht dagegen“.

Das könnt ihr nicht bestreiten.

Vielleicht findet ihr mich sehr streng und kompromisslos, aber es ist eben diese Kompromisslosigkeit, welche die Offenbarung der Wahrheit ermöglichen wird. Und die Wahrheit wird sich offenbaren. Ihr müsst unbedingt von den Reflexen, die mit euren alten Masken einhergehen, Abstand nehmen. Eine Versammlung wie die eure, das wisst ihr, ist wie eine Kleinausgabe der Welt. Sorgt also dafür, dass eure kleine Welt anders ist als die Welt, in der ihr lebt. Sorgt dafür, dass sich eure Welt durch euren hohen Anspruch an Wahrheit, durch eure Selbstlosigkeit, durch das Ablegen eurer Panzer von der anderen Welt unterscheidet.

Auf diese Weise werdet ihr – sowie ähnliche Gruppen, Versammlungen, Herzen wie die euren – die Menschheit zum Erblühen bringen. Ihr müsst da anfangen, einzeln, ihr müsst euch über jede Ausrede, die euch einfällt, hinwegsetzen, selbst wenn euch diese Ausreden ganz richtig erscheinen und ihr den Eindruck habt, dass sie berechtigt sind. Ihr müsst über diese Ausreden hinausgehen, um vorwärts zu kommen und um euch selbst zu sein.

Mit der Zeit sind meine hohen Ansprüche mein Wahrzeichen geworden, und  hohe Ansprüche sind wahrlich erforderlich, damit die Energie der Wahrheit ihr Werk vollbringen und Christus sich in jedem von uns offenbaren kann.

Hohe Ansprüche und auch Kohärenz. Kohärenz ist ein Feuer, das ihr noch nicht beherrscht. Manchmal redet ihr darüber, manchmal lernt ihr, dass Kohärenz eine Art Zement ist, der euch ermöglicht, besser zu arbeiten. Das stimmt auch. Jedoch möchte ich Kohärenz als das Fundament alles menschlichen Lebens darstellen – das Fundament derjenigen, die wachsen, sich selbst finden und des Lebens würdig sein wollen.

Seid kohärent in euren Handlungen, in euren Gedanken und natürlich auch in euren Gefühlen. Ohne diese Kohärenz könnt ihr den Weg nicht vollenden. Ihr könnt nicht gleichzeitig Worte des Friedens sprechen, ein Lächeln schenken und hinten herum giftige Gedanken nähren oder tief in euren Seelen Grimassen schneiden. Es gibt keine Alternative; entweder ihr seid, was ihr sagt, ihr seid euer Lächeln, oder das alles bedeutet rein gar nichts. Das ist das, was ich von euch verlange.

Und das „verlange“ ich nicht für mich als Morya. Ich spreche im Namen des Geistes Christi, der in mir ist, im Namen der Lebensenergie, des wahren Lebens – nicht mehr und nicht weniger.

Seid ihr selbst. Seid keine Grimassen, seid keine Lügner, seid keine Panzer mehr. Wir können sehr oft beobachten – ich ahne es auch, ich kann es wahrnehmen -, dass ihr danach strebt, Meister zu werden oder zumindest Jünger, die dieser Bezeichnung würdig sind. In euren Herzen seht ihr euch schon dort angekommen, aber, wenn ihr den Grundsatz der Kohärenz nicht tief in eure Seelen, in euer Bewusstsein verankert, werdet ihr dieses Ziel nicht erreichen.

Ihr werdet festgestellt haben, dass ich das Wort Liebe bis jetzt nicht benutzt habe… Ganz einfach nur, weil ohne das alles, ohne den Entschluss zur Wahrheit, den Entschluss zur Transparenz, den Entschluss zur Kompromisslosigkeit, und ohne den Entschluss zur Kohärenz, kann es keine Liebe geben. Es kann Parodien der Liebe geben… vielleicht sogar lobenswerte Parodien, aber diese Parodien sind nur eine Vorstufe der wahren Liebe, und das ist nicht genug. Ihr versteht mich.

Euer Bruder Christus ist nicht deshalb zum Christus geworden, weil er dazu auserwählt wurde. Alle seine Weggefährten sind nicht deshalb zu dem geworden, was sie sind, weil sie dazu auserwählt wurden. Sie haben sich durch ihre hohen Ansprüche und ihre Aufrichtigkeit dazu entwickelt. So einfach ist es.

Liebe ist Wille. Liebe ist Beständigkeit. Das ist der Kern meiner heutigen Botschaft. Nicht etwa: „Legt die Hände lieber auf diese Weise auf. Öffnet eure Herzen noch weiter, wenn ihr diese oder jene Farbenergie übertragt… “. Das müsst ihr natürlich auch lernen, aber darüber hinaus müsst ihr absolute Selbstlosigkeit entwickeln und eure Herzen müssen mit Wahrheit erfüllt sein, das heißt, durchsichtig wie Diamanten sein, ohne Berechnung und Hintergedanken – sonst werdet ihr noch lange in diesem Zustand des Leidens verweilen, der für eure Welt zurzeit charakteristisch ist.

Seid wie ein Ferment für die Welt – nicht aufgrund eures Wissens oder Verständnisses, sondern aufgrund dessen, was ihr von innen erlebt und erfahren habt. Liebe ist nicht bloß ein großer Grundsatz. Die Heilungsenergie ist nicht etwas, was man durch einen langen Lernprozess zu steuern lernt. Der christliche Zustand – an dem ihr arbeiten und den ihr ans Licht bringen müsst – ist ein Zustand, den ihr schon durch das Universum erlebt, ohne es überhaupt zu wissen. Nur, die Vorhänge eurer Herzen und Seelen sind noch zugezogen. Ihr seid umgeben mit der Energie der Wahrheit, mit der Energie der Liebe, aber euer mangelnder Wille und eure Inkohärenz hindern euch daran, die Vorhänge eures Bewusstseins zu öffnen. Daran sollt ihr arbeiten.

Ich wiederhole: lasst eure Masken fallen, verzichtet auf Unausgesprochenes, hört auf, euch selbst Lügen zu erzählen, an die ihr zum Schluss sogar selber glaubt. Sagt nicht „ Ich tue mein Bestes, ich bin nicht betroffen, sondern mein Nachbar, mein Bruder, meine Schwester, meine Tante, mein Onkel, mein Vater, meine Mutter“. Das alles hat keinen Sinn. DAS ALLES HAT KEINEN SINN!

Wenn ihr ein Lächeln, einen Blick schenkt, dann soll euer Blick ein Blick und euer Lächeln ein Lächeln sein – ohne falschen Schein. Solange ihr so weiter macht, unter welchem Vorwand auch immer, seid und bleibt ihr außerhalb der christlichen Kraft – auch wenn ihr von dieser allgegenwärtigen, universellen Kraft ständig durchdrungen seid – ganz einfach nur, weil ihr ihrer Anwesenheit gegenüber blind und taub seid.

Die Lüge, die man sich selbst erzählt, ist die schlimmste. Wenn ihr Liebe wollt, wenn ihr behauptet, Liebe zu geben, dann müsst ihr sehr hohe Ansprüche an euch selbst stellen. So werdet ihr euer Selbst wieder finden und eines schönen, seligen Morgens werdet ihr sagen können: „Ich bin. Ja, ich bin wirklich!“ Dieses „Ich bin“ bedeutet aber nicht, dass ihr im Herzen der Sonne  angekommen seid. Es bedeutet einfach: „Ich habe den Schlüssel in der Hand. Ich habe den Schlüssel gefunden, weshalb mein Bruder Christus gekommen ist“.

Und schließlich, darüber hinaus, über alle Ausreden hinaus, seid Vergebung. Solange ihr nicht Vergebung seid, wird die Saat aller Kriege fortbestehen.

Ich höre euch zu, Freunde. Scheut euch nicht, näher zu treten. Es soll möglichst kein Abstand zwischen uns sein, bitte kommt näher.

Bruno: Ich habe eine Frage in Bezug auf das, was Sie gesagt haben…

Morya: Erlaube mir, dich zu unterbrechen, mein Bruder. Du sagst: „was SIE gesagt haben“. Ich bin DEIN Bruder Morya, ich bin nicht IHR Bruder Morya, Bruno. Verstehst du?

Bruno: Ja

Morya: Was ich mit dieser einfachen Bemerkung sagen möchte, ist dass wir alle sehr nah zu einander stehen, wir stammen alle aus derselben Familie. Keiner von uns kann sich von dieser großen, menschlichen Familie und dieser großen, göttlichen Familie – die ich hier vertrete – ausschließen. Alle Vorwände in dieser Richtung sind bedeutungslos. Ich höre dir zu.

Bruno: Wie kann man sich selbst finden, wenn man sich nur durch Filter – die für jeden von uns unterschiedlich sind, je nachdem, welche Erfahrungen wir gemacht  haben – wahrnehmen kann?

Morya: Zuerst einmal, indem ihr euch bewusst macht, dass es sich um Filter handelt. Das ist bereits ein großer Schritt, wenn man erkennt, dass es sich um Filter handelt. Dafür muss man sich zuerst beobachten und diese Filter aufzählen – wenn nötig, auf einem Blatt Papier notieren. Dann soll man dafür sorgen, dass diese Filter nacheinander überwunden werden. Was deutlich wahrgenommen wird – sei es unsere Filter oder etwas anderes – kann irgendwann überwunden werden. Das Schwierigste beim Voranschreiten besteht darin, sich seine Blockaden, Lügen, seine Filter, wie du sagst, bewusst zu werden. Wenn das alles identifiziert ist, stellt man sich kleinen Herausforderungen im täglichen Leben. Es müssen keine großen Herausforderungen sein, sondern ganz kleine Herausforderungen, die bewirken, dass die Filter, von denen hier die Rede ist, immer unwichtiger werden, verstehst du?

Geh jeden Abend im Gebet dahin, wo dein Geist ist. Nicht der inkarnierte Bruno soll jeden Abend oder jeden Morgen beten, sondern der Diamant, aus welchem Bruno stammt. Jeder von uns ist aus einem Geist entstanden, der so rein ist wie ein Diamant. Ihr müsst euch ständig daran erinnern. Dieser Diamant schert sich nicht um Lügen, Rollen, Wahrheiten, um Leid. Suche Zuflucht, sucht Zuflucht, jeder von euch, da wo ihr seid, soweit wie möglich in dem Diamanten eures Geistes. Dann werdet ihr auch den nötigen Abstand gewinnen, um alles, was euch ausbremst und leiden lässt, alle Widrigkeiten des Lebens zu überwinden.

Sich selbst zu sein, das bedeutet, sich immer mehr mit diesem Diamanten des Geistes zu identifizieren. Das muss man erst einmal üben, aber mit der Zeit wird diese kleine Gymnastik immer leichter durchzuführen sein und so spontan werden wie das Atmen, das euch am Leben hält.

Frage: Bruder Morya, vielen Dank, dass Du hier bei uns bist. Es ist eine große Freude. Dies ist eine Frage von Ricardo, der sich bei allen Brüdern für die Therapien bedankt, die uns Schülern gegeben worden sind und auch für das von ihm dargestellte Problem bezüglich der (unverständliches Wort) der Sonne. Er hat mich darum gebeten, folgende Frage zu stellen: 

Durch die Gnade, die er von Sai Baba und den Brüdern erhalten hat, hat sich vieles in ihm geändert, aber vor allem hat er festgestellt, dass er leicht durch das  Mentale inspiriert ist. Er hat das Gefühl, dass seine verschiedenen feinstofflichen Körper nicht im Einklang sind und dass es ihm deswegen an einer guten Verankerung mit der Erde und an Beständigkeit mangelt. Deshalb bittet er um Informationen, um die verschiedenen feinstofflichen Körper aufeinander abzustimmen. Bei ihm handelt es sich um den Mentalkörper, aber er hat festgestellt, dass es bei anderen der Emotionalkörper sein kann, oder auch der physische oder Kausalkörper. Er fragt, ob es möglich ist, Informationen über alle diese feinstofflichen Körper und auch über den physischen Körper zu erhalten, weil er zu wenig (…) und in anderen Welten zu wenig  geehrt wird.

Morya: Das ist aber eine Riesenfrage! Um diese nach seinem Wunsch zu beantworten, bräuchte man eine vollständige Unterrichtsstunde. Es stimmt jedoch, dass der größte Teil der Menschen, wenn nicht sogar alle – und das stimmt mit dem überein, was ich euch vorhin gesagt habe – eine Diskrepanz zwischen den verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit fühlen und erleben. Mal werden sie von ihren Emotionen davongetragen, mal von Ihrer Gefühlswelt, mal von ihren körperlichen Trieben – und auch wenn sie die höchste Verwirklichung anstreben, gibt es immer einen Teil von ihnen, der dazu neigt, sich zu desynchronisieren. Das ist auch meine Meinung. Und wir könnten sogar sagen, darin zeigt sich das ganze Drama der Menschheit, das Drama des Bewusstseins, das sich seiner selbst bewusst ist: Die Menschen durchleben eine Form von ständiger Dissoziation, die einfach nur der Ausdruck der Dualität ist, der Ausdruck der Grenzen… nicht der bestehenden Grenzen, sondern der Grenzen, die das bewusste Leben zu erfinden neigt, um den Eindruck zu haben, zu existieren.

Es könnte eine Vielzahl an Techniken geben… und es gibt eine Vielzahl an Techniken, die von vielen Schulen auf der Erde gelehrt und von vielen Schülern ausprobiert werden. Viele Techniken wurden euch bekannt gegeben – in diesem Ort, aber auch in anderen Schulen oder in anderen Büchern. Aber in Wirklichkeit gibt es keine einzige Technik, die euch die Erfahrung und das Erleben der Vereinigung von allen euren Körpern, das heißt, von allen euren Bewusstseinsebenen – physisch, emotional, mental und kausal – bringen kann.

Ich spreche hier als Zeuge von dem, was Er in mir zur Vereinigung mit der göttlichen Sonne erweckt hat, wobei der Mond in dieser Einheit mit einbegriffen ist. Die Versöhnung der Pole der Dualität . Ich spreche also in meinem eigenen Namen, als euer Bruder Morya. Wenn ihr einen anderen von meinen Brüdern gefragt hättet, vielleicht wäre die Antwort etwas anders ausgefallen. Es gibt in der Tat genau so viele Wege wie es Lebewesen gibt. Und durch die Vielzahl an Lebenserfahrungen erleben wir eine Vielzahl davon. Der Weg, der für mich eine Offenbarung gewesen ist und der auch für euch eine werden könnte, ist der Weg – sehr einfach und komplex zugleich – des Gebetes. Euer Bruder Morya, der hier anwesend ist, der zu euch spricht, weist auf das Gebet als Schlüssel zur Vereinigung hin. Aber was genau ist das Gebet?

Das Gebet ist ein Augenblick völliger Hingabe an die Lebensenergie, an das Göttliche, würde ich sagen. Seid alle, in diesem Augenblick und mit eurem Wesen, eine lebendige Hingabe. Habt Mut und sprecht in aller Aufrichtigkeit, im Stillen oder öffentlich, diese Worte: Vater, Dein Wille geschehe.

Oh, ich weiß, diese Worte sind durch die vielen Wiederholungen in den Kirchen und – auf jeweils unterschiedliche Art und Weise – in allen Sprachen der Welt fast banal geworden. Aber diese Worte zu leben ist etwas ganz anderes. Dazu lade ich euch ein. Eure Hingabe ist ein Gebet. Selbstverständlich kann ein solches Gebet auch von Worten unterstützt werden, wobei ihr genauso gut die Gebetsverse von allen Traditionen wie auch die spontanen Worte aus euren Herzen benutzen könnt. Aber wenn eure Worte nicht von Hingabe erfüllt sind, dann verliert euer Gebet, euer „Vater, Dein Wille geschehe“, an Kraft.

Habt ihr schon wahrgenommen, dass ihr in jedem Augenblick eures Lebens in enger Verbindung seid mit dem Vater, der hier gemeint ist. Ein Vater, der in Wahrheit auch eine Mutter ist.

Manchmal fragt ihr euch – oder ihr hört andere, die sich fragen: Wo ist Gott, wenn er wirklich existiert? Aber ihr steht direkt vor Ihm! Ihr lebt in Ihm. Ihr seid Ihm so nahe, dass ihr Ihn nicht wahrnehmt. Ihr errichtet eine Barriere: „Da bin ich, da sind die anderen, da ist die Natur, und irgendwo gibt es Gott.“ Da beginnt der Fehler, in der vom Verstand hervorgebrachten Dissoziation.

Euer Verstand ist gleichzeitig ein Werkzeug und eine selbstzerstörerische Waffe. Es geht nicht darum, ihn zu unterdrücken, denn er hat seine Daseinsberechtigung. Ihr müsst ihn nur durch eine hingebungsvolle, innere Haltung erhellen, die mit diesen Worten zusammengefasst werden kann: Vater, Dein Wille geschehe.

Nicht euer Ich soll befriedigt werden, sondern euer „Ich-bin“, das zum Frieden und zur Vereinigung ruft. Wenn das „Ich-bin“ in euch spricht – in anderen Worten, wenn ihr eurem Geist eine Chance gebt, sich zu äußern -, dann werden die Barrieren zerbröckeln.

Euer Vater, eure Mutter sind anwesend. Sie erscheinen euch im Jetzt, würde ich sagen. Fragt und ihr werdet erhalten. Projiziert euch nicht auf eine bessere  Ausgabe von euch selbst in die Zukunft, sondern lasst hier und jetzt das Beste in euch hochkommen. Lasst hier und jetzt den heranwachsenden Christus in euch wirken. Dies geschieht durch das Aufgeben von allen euren Schutzmechanismen, euren Reflexen der Selbstdarstellung, der Verschleierung, der Selbstverherrlichung – auf einem Weg, zu dem ihr euch berufen fühlt und der euch ehrt. Wie viele von euch legen noch eine falsche Demut an den Tag! Das muss aufhören. Meine Aufgabe ist es, mit dem Finger dorthin zu zeigen, wo es am empfindlichsten ist, dort, wo ihr euch nicht mehr erlauben könnt zu schummeln.

Wenn ihr wirklich wollt, was ihr behauptet, dann befreit euch von euren Unreinheiten, von eurem seelischen Schuppen und wiederholt: Vater, Dein Wille geschehe. An diesem Punkt werdet ihr euch selbst wieder finden. Vielleicht wird es zuerst eine Phase geben, in der ihr euch einsam und entblößt fühlt, aber alles hat seinen Preis und der Preis ist nicht unbedingt, dass ihr leiden müsst – denn das Leiden ist auch eine Schale, ein seelische Schuppe. Der Preis ist die Akzeptanz der Konsequenz, die die Göttliche Kraft von demjenigen fordert, der sich mit ihr wieder vereinigen möchte. Diese Forderung ist keine Göttliche Erpressung, sondern der unumgängliche Hauch, der euch zu euch selbst werden lässt.

Frage: Guten Abend, Bruder. Werden die Therapien, die uns vermittelt werden, und von denen man sagt, dass sie zeitlos sind, sich in Zukunft – vielleicht in einer zukünftigen Menschheit – ungehindert und großflächig verbreiten und damit möglichst vielen Menschen zugänglich werden, oder werden sie eher eine Art Ideal bleiben, das man erreichen muss?

Morya: Natürlich werden sich diese Therapien in einer nahen Zukunft weiter verbreiten. Aber es soll auch nicht erwartet werden, dass sie von der größeren Mehrheit akzeptiert werden. Sagen wir mal, dass man diese Therapien in Zukunft zunehmend als einen Wert betrachten wird, der in direktem Bezug mit grundlegenden Aspekten der Menschen ist. In diesem Sinne, ja, sie werden weiter vermittelt, weiter unterrichtet werden, bis sie sogar fast selbstverständlich werden, wie heute die Homöopathie oder die Akupunktur.

Allerdings, wenn diese Therapien sich soweit etabliert haben, dass sie kein Geheimnis mehr sind, oder zumindest soweit, dass sie nicht mehr geheimnisvoll oder gar verdächtig anmuten, wird sich eine andere Form des Heilwissens offenbaren, denn ein Herz, das sich öffnet, schaut immer  über alle Horizonte hinaus, bis ins Unendliche.

Damit möchte ich nur sagen, dass, wenn eine Wahrheit angenommen wird, oder wenn ein gewisses Quantum an Wissen und Wahrheiten einen offiziellen Stand bekommt – und das wird bei diesen Therapien auch irgendwann der Fall sein -, ein anderer Weg in Richtung einer noch tiefergreifenden Heilung sich öffnen wird, ein Weg der auch so alt wie die Zeit ist.

Frage: Bruder Morya. Gibt es in der Welt der verwirklichten Wesen andere Therapien, brauchen die verwirklichten Menschen Therapien und Heilung? Gibt es auch – wie bei uns – Orte wie Kliniken und Krankenhäuser für diejenigen, die sie benötigen?

Morya: Natürlich gibt es das. Alle Welten haben ihre Zerbrechlichkeit und alle Wesen müssen lernen. Aber, kleine Schwester, warum stellst du dir solche Fragen? Jede Welt hat ihre eigenen Herausforderungen, aber die wahre Herausforderung für alle Welten besteht in der Einfachheit. Eigentlich bin ich nur zu euch gekommen, um euch von der ursprünglichen Einfachheit zu erzählen, die man wieder finden muss. Diese Einfachheit bringt das Wesen in Einklang mit sich selbst. Solange es Techniken gibt, die zu lernen sind, bedeutet das, dass die Menschheit den Weg der Materie noch nicht verlassen hat.

Selbstverständlich haben auch solche Wege ihre Daseinsberechtigung und das ist einer der Gründe, weshalb ihr euch hier versammelt habt. Aber in Wahrheit – und da komme ich auf meine ersten Äußerungen zurück – soll alles, was ihr lernt, nur dazu dienen, dass ihr umlernt. Ihr müsst umlernen in Bezug auf das, was ihr zu sein glaubt. Ihr müsst umlernen in Bezug auf euer gestörtes Verhältnis mit der Welt. Die Techniken, die ihr lernt und die euch helfen, die euch später dienen werden, anderen zu helfen, die es wahrscheinlich jetzt schon tun, das alles wird an einem bestimmten Punkt eurer Entwicklung – nicht nur in diesem Leben, sondern auch in anderen – allmählich zerbröckeln, in dem Maße, wie ihr auf eurem Weg zum Selbst voranschreitet. Verstehst du? Umlernen, was man glaubt zu wissen, das ist der christliche Weg.

Frage: Oh Bruder, in verschiedenen Schulen der Energiearbeit spricht man von Schutzritualen. Ist das kohärent? Wenn wir versuchen, Liebe zu sein, brauchen wir überhaupt einen Schutz?

Morya: Wenn Du es schaffst, Liebe zu sein, tatsächlich, wozu wäre ein Schutz noch notwendig? Die Schwierigkeit besteht darin, wirklich Liebe zu sein. Wirklich Liebe zu sein bedeutet, den Stand der reinen christlichen  Ausstrahlung erreicht zu haben. Das bedeutet ganz einfach, dass wenn ihr jemandem helft, wenn ihr euch jemandem hingebt, wenn ihr auf jemanden die Heilungsenergie übertragt, es dann immer passieren kann, dass ihr verletzt werdet. Die Selbsthingabe geht notwendigerweise mit einer Schwächung der Person einher, solange diese nicht die christliche Energie voll integriert hat.

Aber die Schwächung ist ein auch Ferment für die Seele. Ich sage es dir, jede Seele, die auf dem Weg ist und diesen Weg bewusst verfolgt, geht ständig Risiken ein. Wenn sie das nicht akzeptiert, kommt sie nicht voran. Kranke pflegen, sich den vielen Dingen des Lebens hingeben, das bedeutet, Risiken zu nehmen und manchmal aus dem Gleichgewicht zu geraten. Unser Bruder Christus hat selbst alle Stufen der Schwächung durchgelebt. Christus ist nur zum Christus geworden, weil er selbst durch alle Stufen des Lernprozesses des Lebens durchgegangen ist. Deshalb solltet ihr nicht überlegen: „Nehme ich dieses Risiko oder nehme ich jenes Risiko?“ Es gibt immer en Risiko! Je höher der Bewusstseinsstand, desto eher kann man die Auswirkung der Risiken für sich minimieren.

Aber wenn es darum geht, mit Ritualen und Schutzmaßnahmen anzufangen, da muss ich – als Morya – sagen, das passt nicht zu dem Weg, von dem ich spreche. Der Bedarf und die Suche nach Schutzmaßnahmen sind der Ausdruck von Angst, verstehst du? Keine Angst zu haben bedeutet nicht, ahnungslos zu sein, das bedeutet nur, dass wir uns dem Willen unseres Vaters fügen. Ich schreite voran, ich gehe Risiken ein, ich behandle Kranke – vielleicht ist das auf einer bestimmten Ebene gefährlich. Das ist Hingabe. Aber: Der Wille meines Vaters geschehe. Ich schreite bewusst voran, ohne mich zu schonen, und versuche dabei, alle meine Ängste nacheinander zu überwinden.

Dadurch entwickelt ihr die wahre Kraft. Es handelt sich nicht um kleine, mentale Wunderkerzen bzw. kleine Lichtknaller, die man mit Hilfe einer Art Zauberformel um sich herum aufflackern lässt. Vielleicht staunt ihr über diese Ausdrücke, die aus mir heraussprudeln, aber jedes Mal, wenn wir euch beobachten, wie ihr Schutzgebete sprecht, Symbole am Hals tragt und euch einredet: „Das ist ein Schutz, dieses oder jenes wird mich nicht treffen“ – nun, jedes Mal, wenn meine Brüder und ich dies beobachten, sehen wir in eurer Aura etwas, das wie kleine, lächerliche Knallkörper aussieht. Versteht ihr? Wir machen uns nicht darüber lustig, auch wenn es euch in diesem Augenblick so vorkommt. Wir wollen damit sagen, dass ihr euch viel zu viel an illusorische Dinge klammert. Bemüht euch darum, keine Angst mehr zu haben, anstatt zu versuchen, Schutzmauern um euch herum aufzurichten. Diese Schutzmauern werden sowieso wie kleine, beeindruckende Feuerwerke explodieren.

Wachst über diese Welt der Illusion hinaus. Wachst über die Welt der Gegenstände und der Schutzrituale hinaus. Wir sagen nicht, dass diese nutzlos sind, nein, das ist es nicht. Ich sage nur, dass ihr viel weiter schauen müsst. Natürlich können auch bestimmte Formenergien, bestimmte archetypische Formen, bestimmte, an großen Egregoren angeschlossene Gebete Schutz bieten. Das gibt es auch, natürlich, aber ihr könnt durch die nackte Wahrheit – die Wahrheit, die Mut erfordert – etwas anstreben, das so viel schöner, so viel echter ist… Versteht ihr?

Ihr müsst wirklich wissen, was ihr wollt, auch wenn es zunächst ein wenig schmerzhafter ist, den Weg der nackten Wahrheit zu beschreiten. Ist das klar?

Frage: Mein Bruder, entsprechen die Mantras, die einige Lehrer bei Initiationen vorgeben, den Wunderkerzen, wovon du sprichst?

Morya: Ja. Aber manchmal braucht man auch Wunderkerzen. Verstehe richtig, meine Brüder und ich selbst haben nicht gesagt, dass diese unnötig sind. Sie können euch eine Zeitlang auf eurem Weg begleiten. Das ist der Grund, weshalb diese Mantras erfunden worden sind. Aber, letztendlich – denn ich bin durch meine Kompromisslosigkeit immer ein Mann des  Extremen – muss das alles überholt werden. Benutze sie, wenn du das Bedürfnis danach hast… bis du spürst, dass diese Mantras für dich ihren Zweck erfüllt und kein Nutzen mehr haben. Diese Mantras sind kein Ziel an sich, genauso, wie Meditation auch kein Ziel an sich ist – was einige Meditierende übrigens nicht verstanden haben. Auch das Gebet ist kein Ziel an sich, nichts ist ein Ziel an sich.

Das Ziel seid ihr, in eurem christlichen Zustand. Alles andere wird irgendwann im Laufe der Ewigkeit zu Ende gehen. Nehmt die Stufen der Leiter als das, was sie sind. Klettert sie eine nach der anderen hinauf. Benutzt so viele Werkzeuge, wie eure Persönlichkeit verlangt, aber klammert euch weder an die Leiter noch an die Werkzeuge.

Vater, Dein Wille geschehe. Ich rufe Dich zu mir in diesem Augenblick.

Verinnerlicht dies und ihr werdet sehen, wie stark und wie schnell das Licht zu euch kommen wird. Vielleicht bekommt ihr dabei ein Gefühl, als würdet ihr augenblicklich zerfallen, von innen zersplittern. Vielleicht wisst ihr dann nicht einmal mehr, wer und wo ihr genau seid, was euer Leben bedeutet. Auch das ist eine Phase, ein Übergang. In aller Wahrheit müsst ihr den Willen haben, mit eurem Vater zu verschmelzen. Dieser Wille soll in der Mitte eurer Herzen, in der Mitte all eurer Hoffnungen und Bitten sein.

Seid bedankt, Freunde, für den Elan, den ihr zeigt. Seid bedankt für die Funken, die ihr seid, und die danach streben, richtige Feuer zu werden.

Seid bedankt, aber empfindet keine Genugtuung. Euer Bruder Morya – ihr wisst es – ist Kompromisslosigkeit und Kohärenz.

Geht in Frieden.

(Alle Anwesenden wurden gebeten, nacheinander vor die Energie des Meisters Morya zu treten. Jeder einzelne wurde gesegnet, um seinen Weg weiterzugehen).