Der Tag des großen Wende

Abgesehen von dem, was man weiß über die außerkörperlichen Erfahrungen, welche seit 1971 das Leben von Daniel Meurois komplett verändert haben,  teilen wir Ihnen die Geschichte der Begebenheiten mit,  durch welche er radikal beschlossen hat,  sich der Bekanntgabe seiner Erlebnisse zu widmen und so ein Pionier des Neuen Bewusstseins zu werden.
Hier ist die volle, nur wenigen bekannte Geschichte, welche die Bedeutung von Mut und Vertrauen in unserem Leben hervorhebt. Ungekürztes Interview von Annie Laforest.

 

Annie Laforest: Guten Tag,  Daniel Meurois

Daniel Meurois: Guten Tag

Annie Laforest: Ich bin wirklich sehr glücklich heute bei Ihnen zu sein, Daniel, weil ich Sie gut kenne und wir folglich ein etwas intimeres Gespräch führen können und für diejenigen die Sie nicht kennen, beginnen wir am Anfang.
Sie sind ein Schriftsteller mit internationalem Ruhm, Sie haben gerade Ihr 33. Buch geschrieben, welches etwas später vorgestellt wird, und Sie erkunden seit über dreißig Jahren den Bereich der Erweiterung des Bewusstseins. Könnten Sie uns ein wenig erklären, wie dies alles gekommen ist?

Daniel Meurois: Ja, in der Tat sind es mehr als dreißig Jahre, dass ich schriftlich Zeugnis ablege. Aber was meine eigene Erfahrung anbetrifft, mit der alles begonnen hat, dann muss man weiter zurück gehen, um das Jahr 1972. Das sind also jetzt 40 Jahre,  sogar etwas mehr.

Ich werde die Geschichte kurz beschreiben, besonders weil ich schon viel darüber gesprochen habe. Es soll einfach eine Erinnerung für diejenigen sein, die nur wenig von meinem Weg wissen.

1972 hatte ich mein Studium begonnen und lebte im Norden Frankreichs, in Lille, um genau zu sein. Eines Abends als ich vom Unterricht nach Hause kam, habe ich eine außerkörperliche Erfahrung gemacht. Damals wusste ich nicht, worum es sich handelte, aber es  hat mich so betroffen, dass mein ganzes Leben ab diesem Tag eine ganz andere Richtung nahm. Ganz kurz, so ist es passiert. Ich lag einfach auf meinem Bett und im Bruchteil einer Sekunde fand ich mich plötzlich nicht mehr in meinem Körper. In anderen Worten, mein Bewusstsein erlaubte mir, mich außerhalb meines  Körpers zu sehen. Das hört sich dumm an, aber man kann sich vorstellen, dass das schwer zu leben ist.
Schwer ist vielleicht etwas übertrieben, aber es war erstaunlich genug, dass ich mir Fragen stellte. Ich habe dann sofort festgestellt, dass ich nicht nur meinen liegenden Körper in meinem kleinen Studentenzimmer sah, sondern dass meine Augen zu einem immateriellen Körper gehörten.

Heute würde ich sagen, nachdem ich viele Jahre darüber nachgedacht habe – und da ich weiterhin diese Erfahrungen mache – dass dieser Körper aus einer halbelektrischen, halbgasigen  Substanz besteht.

Annie Laforest: Daniel, ich habe da eine kleine Frage. Als das passiert ist, anstatt darüber erschreckt zu sein, wurde Ihre Kuriosität  eher geweckt… 

Daniel Meurois: Ja. Ich habe mich gar nicht unwohl gefühlt, im Gegenteil, ich war in einem besonders wachen Zustand. Und das war es, was meine Recherchen geleitet hat, weil der Zustand, in dem ich mich befand, nichts mit einem Traum zu tun hatte.   Es war genau das Gegenteil eines Traumes: ein Zustand von sehr großer Klarheit, wo die Sinneswahrnehmung verzehnfacht sind. Das Bewusstsein ist sehr präzise, sehr scharf, so dass ich mir gesagt habe: ich sehe mich von außen, ich bin nicht mehr in meinem Körper. Sieht so der Tod aus? Und meine erste Überlegung  war, da in diesen Momenten alles sehr schnell geht: Wenn das der Tod ist, dann ist er wunderbar und  weil ich mich so gut fühlte, war es fantastisch. Ganz offensichtlich sah ich was passierte und habe dann festgestellt, dass ich diesen teils gasförmigen, teils elektrischen Zweitkörper nicht beherrschte. Und wie ich es sagte, mein Körper ging durch die Decke und  durch die Schränke meines  Zimmers. Ich sah meine Hefte, ich sah meine Kleider im Schrank meines Zimmers… Und dann würde ich sagen, dass ich diese kostbaren Momente genossen habe, bevor ich in meinen Körper zurück kehrte.  Das hat eine unbestimmte Zeit gedauert, aber es kam mir recht lange vor. Vielleicht hat es fünf  Minuten gedauert, zehn Minuten, vielleicht auch nur dreißig Sekunden. Ich weiß es nicht. Aber es  war heftig genug, dass ich eine Weile brauchte, nachdem ich meinen etwas steifen Körper wieder bewusst  fühlen konnte, um wieder ganz vertraut mit ihm umgehen zu können. Alles hat einige Minuten gedauert, aber lange genug  dass ich mich angesprochen fühlte. Was hatte ich soeben erlebt?

Danach habe ich versucht, diese Erfahrung zu wiederholen. Es hat mehrere Monate gedauert, um dieses Experiment zu identifizieren. Damals, 1972, gab es keine oder fast keine Dokumentation darüber. Ich fand ein altes Buch aus den 30er- oder 40er-Jahren, indem von Astralreisen die Rede war. Also gab ich meinem Experiment einen Namen und nach sechs Monaten sagte ich mir:
Ich muss das unbedingt wieder erleben, weil ich wissen wollte, was dahinter steckt.

Annie Laforest: Zu dieser Zeit waren Sie Student in Literatur.

Daniel Meurois: Ja, das stimmt. Ich war Student in Literaturwissenschaften an der Universität Lille.
Es hat ungefähr sechs Monate gedauert  – ohne irgendeine Substanz eingenommen zu haben – bevor ich ganz natürlich und ohne Anstrengung eine zweite außerkörperliche Erfahrung machen konnte. Seit dieser Zeit habe ich eine kleine Technik entwickelt, um nach Belieben meinen Körper verlassen zu können. So wurde mein Abenteuer über die Expansion meines Bewusstseins ein spirituelles Abenteuer im weitesten Sinne, dass heißt ohne Konnotation an  irgendeine Kirche oder Dogma. Später ist mir bewusst geworden, dass dieses Experiment ähnlich mit der Erfahrung des Todes ist.

Ab dem Moment, wo ich diese Technik der außerkörperlichen Erfahrung, der Astralreisen gut beherrschte, habe ich angefangen auf anderen Bewusstseinsebenen zu reisen und in andere Parallelwelten, wo das Leben eine ganz andere Bedeutung hat. So hat alles begonnen.

Annie Laforest: Alles hat so angefangen, aber zur gleichen Zeit waren Sie bestimmt für eine Karriere als Lehrer. Sie lebten somit auf zwei Ebenen.

Daniel Meurois:  Prinzipiell, wenn man Literatur studiert, wird man meistens Lehrer.  Also, wenn man will, war ich offiziell bestimmt, Lehrer zu werden.

Annie Laforest: Aber Sie haben trotz allem angefangen, darüber zu schreiben und Ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Daniel Meurois: Ja. Nach sieben Jahren fand ich, dass ich die Sache genügend beherrschte und dann ist ein außergewöhnliches Phänomen vorgefallen. Als ich außerhalb meines Körpers war, auf einer Ebene, die man als Leben nach dem Tode bezeichnet, bin ich einem Wesen begegnet. Ich werde jetzt nicht in alle Details gehen. Dieses Wesen diente mir als Wegeführer während einer bestimmten Zeit. Und dieses Wesen hat mir vorgeschlagen zu schreiben über das,  was ich erlebt hatte, über dieses außergewöhnliche Erlebnis und was damit zusammen hängt. Und so hat alles angefangen. So habe ich nach sieben Jahren angefangen, darüber zu schreiben. Ein erstes Buch ist entstanden, welches nach einigen Monaten das Interesse der Medien weckte. Dann ein zweites Buch, usw. Ich hatte das Glück,  Zugang zu großen  Radio-und Fernsehsendern in Frankreich zu haben sowie zu großen Zeitungen,  besonders weil man damals nicht über solche Dinge sprach. Es gab nicht viele Bücher, nur sehr wenige Personen beschäftigten sich mit diesen Themen und so konnte ich von dieser Wirkung profitieren.
Die Nachfrage dieser zwei Bücher war sehr groß, aber auch wenn man sagt, dass sich ein Buch  gut verkauft, ermöglicht das dem Autor noch nicht, von den Einnahmen zu leben. Das verbessert die finanzielle Lage, aber jetzt sagen: Ich werde eine literarische Karriere machen…
Und zusätzlich wusste ich nicht, ob ich außerhalb der zwei Bücher noch genügend Erzählmaterial  zum  Schreiben hatte.

Annie Laforest: Und dann, als Lehrer hatten Sie auch eine gewisse Sicherheit und die Zukunft war gesichert…

Daniel Meurois: Ja, aber zur gleichen Zeit und wenn ich ehrlich mit mir selber bin,  konnte ich mir schlecht vorstellen, während meines ganzen Lebens nur Lehrer zu sein. Ich liebte den Kontakt mit Jugendlichen. Ich hatte eine Vorliebe für Jugendliche, das ist mein Naturell, weil eben die Diskussionen mit ihnen sehr interessant sein konnten. Aber ich konnte mir schlecht vorstellen, das während meines ganzen Lebens zu machen. Das schien… nein, das war unmöglich.

Annie Laforest: Und das ist die Geschichte, die Sie uns unbedingt erzählen müssen, weil es ein wichtiger Punkt in Ihrem Leben war.

Daniel Meurois: Genau. Eines Tages bei einem Kontakt mit diesem Lichtwesen, welches ich in meinen Büchern „Blaues Wesen“ genannt habe,  hat dieser mir gesagt: „ Ihr sollt nicht im Norden des Landes wohnen bleiben, sondern zum Süden ziehen“. Ich sage „ihr“, da meine damalige Ehefrau, die ebenfalls die Technik beherrschte, auch in diese Recherchen involviert war. Er sagte: „ Bleibt nicht da wo ihr jetzt wohnt, es wäre besser wenn ihr im Süd-Westen des Landes wohnt, und genauer in der Gegend des Périgord“. So hatte er  eine ganz spezifische Gegend genannt,  so dass wir nur noch ein Haus finden mussten.

Annie Laforest: Handelte es sich um einen ganz bestimmten Ort?

Daniel Meurois: Es war nicht präzise. Es handelte sich um einen Perimeter, ein Dreieck von ungefähr 40 oder 50 km Breite.

Annie Laforest: Ein wenig Spielraum.

Daniel Meurois: Ja genau, ein gewisser Spielraum. Und das war alles. Aber er hat wohl gesagt: „Ich kann euch nichts garantieren. Versucht den Sprung zu machen, aber ich kann euch nichts garantieren.“ Ich komme dann mit dieser Information in meinen Körper  zurück. Die zwei ersten Bücher wurden gut verkauft und brachten eine kleine Summe von umgerechnet 17 bis 18.000 Dollar. Da ich ein junger Lehrer war, war das damals eine kleine Summe,  über die man sich freut.
Und was konnte man damals mit 17-18.000 Dollar machen? Wir konnten in den Süden des Périgord fahren und dort eine Wohnung suchen. Wir hatten Vertrauen aber keine genaue Vorstellung. Und dann findet man etwas… aber was kann man für 17-18.000 Dollar erwarten…

Annie Laforest: Klein Schloss…

Daniel Meurois: … höchstens eine Ruine? So haben wir eine Ruine gefunden und ich sagte: Das ist es, das brauchen wir.  Die Ruine wurde gekauft, usw. Und während der Ferien haben wir ein ganzes Jahr lang renoviert,  Beton gemacht, usw. Die Türen und Fenster wurden ersetzt und einige Facharbeiter aus der Gegend konnten mit unseren kleinen Ersparnissen bezahlt werden. Um es schlicht auszudrücken, es war der einfache Lehmboden in der Ruine.

Annie Laforest: Aber damals arbeiteten Sie noch als Lehrer?

Daniel Meurois: Ja, das war während der Schulferien. Da war nur Erde auf dem Boden, eine Mauer im Inneren, eine Lehmmauer und die Türen und Fenster hielten nicht mehr zusammen. Sogar ein kleiner Baum wuchs in einem der Zimmer. Es war… eine Ruine.

 Annie Laforest: Ein naturbelassenes Haus. 

Daniel Meurois: Absolut. Aber trotzdem unglaublich poetisch und sehr schön. Es war wie das Lebkuchenhaus aus den Märchen.
Und so haben wir 1982 diese kleine Ruine gekauft. Im Winter 1984 hatte ich immer noch diesen inneren Ruf umzuziehen, aber nichts war garantiert. Ich dachte: Wir müssen fortziehen, denn wenn sich nichts bewegt, wird nichts passieren. Und so habe ich am Ende des Winters diese Entscheidung getroffen. Ich nahm meine schönste Schreibfeder und reichte mein Kündigungsschreiben als Lehrer ein.

Annie Laforest: Und dann haben Sie den großen Sprung gemacht.

Daniel Meurois: Ja, das war der große Sprung, weil ich nichts vor mir hatte; ich war noch nicht als Lehrer beamtet, hatte kaum Dienstjahre aber hatte einen Fuß im Steigbügel. Es war eine korrekte und sichere Arbeitsstelle…

Annie Laforest: Das war ein vorgegebener Weg.

Daniel Meurois: Das war ein Weg. So habe ich mein Kündigungsschreiben dem Rektorat – in Frankreich nennt man das so – zugeschickt. Ich habe keinen Grund genannt, denn ich wollte nicht die ganze Geschichte erklären. Ich hatte keine Lust mehr und kurz zusammengefasst: Ich hörte einfach auf.
Selbstverständlich kam die Familie an und sagte: „Was machst du da, Daniel? Bist du verrückt geworden? Die sichere Arbeitsstelle… es ist schwierig, eine Stelle als Lehrer zu bekommen, dann bist du versorgt, usw.“ Kurz, meine Eltern bekamen etwas Panik.  Aber ich fühlte mich unglaublich leicht, welch ein Glück! Ich hätte bestimmt Angst haben müssen… aber ich fühlte mich nur glücklich! Es war ein unbeschreibliches  Gefühl von Freiheit.

Annie Laforest: Sie haben eben etwas sehr wichtiges gesagt, Daniel. Sie haben gesagt: „ Wenn man nicht aktiv wird, wenn man nichts tut, dann passiert auch nichts“.

Daniel Meurois: Ja, das fühlte ich. Ich konnte es damals vielleicht nicht aussprechen, aber ich empfand das so.

Zwei oder drei Wochen vergingen und dann kam eines Abends ein Telefonanruf. Ich erinnere mich noch ganz genau. Ich nahm den Telefonhörer ab und hörte die Stimme meines Buchverlegers: Hör zu Daniel, ich besitze einen Buchverlag, aber ich habe noch einen anderen Job nebenbei. Deine Bücher verkaufen sich gut, das macht mir viel Arbeit. Was würdest du sagen, wenn du dem Verlag einen neuen Aufschwung  geben könntest?“ Es war ein ganz kleiner Buchverlag, welches zwei bis drei Bücher veröffentlichte, und wovon zwei von mir waren. Der Verleger behauptete von sich selbst:
„ Ich bin der kleinste Buchverlag von Paris.“  Und das stimmte sicherlich.

Annie Laforest: Praktisch hieße das: Daniel, wollen Sie ihre Rechte zurück kaufen?

Daniel Meurois: Er fragte mich: „Was würdest du sagen, wenn du den Buchverlag umstrukturieren und selber verwalten könntest?“ Und da hat es Klick gemacht. Er sagte mir: „Vorsicht, finanziell wird es nicht einfach sein“. Aber das, was er sagte, war für mich wie ein Geschenk des Himmels. Es war mir total unwichtig,  jeden Tag Bohnen essen zu müssen. Es war eher so: ich hatte eine Tür hinter mir zugemacht und drei Wochen später öffnete sich eine neue Tür, die meinen Erwartungen entsprach.
Das war ein großes „Ja“. Der Buchverlag war nicht strukturiert, es handelte sich um eine Einzelfirma, die ich nun in eine Aktiengesellschaft ändern sollte. Das forderte meinen vollen Einsatz um eine echte Gesellschaft daraus zu machen. Aber ich sagte ihm trotzdem: „Du weißt ja, jetzt lebe ich im Périgord und nicht mehr im Norden Frankreichs. Wir haben ein kleines Haus, eine Ruine, mitten in der Natur“. „ Das ist nicht weiter schlimm, die Arbeit eines Buchverlages kann man überall machen.“

Das war der Startschuss, und wie das Leben so spielt, bekam ich nach zwei oder drei Monaten einen Brief vom Bildungsministerium, welches  mir eine neue Lehrerstelle im Südwesten Frankreichs anbot…

Annie Laforest: Das war dann die Versuchung des Teufels.

Daniel Meurois: …es war, als hätte ich nie ein Kündigungsschreiben verschickt. So als wäre der Brief verloren gegangen.

Annie Laforest: Da wurden Sie mit sich selbst konfrontiert und mit Ihrer Entscheidung. 

Daniel Meurois: Es war, als würde das Leben mich fragen: ist es das, was du wirklich willst? Wenn es dir nur darum geht, da unten zu leben, geben wir dir jetzt die Möglichkeit dazu.

Es ist eine Lehrstelle im Südwesten und du brauchst jetzt nicht Buchverleger zu werden.

Annie Laforest: Daniel, ist das oft so im Leben? Wenn man eine große Entscheidung bezüglich einer  großen Lebensänderung trifft, dann kommt etwas Bestimmtes auf uns zu…

Daniel Meurois: Ich habe das immer im Leben bemerkt. Und ich glaube, dass ich keine Ausnahme bin. Ich glaube, dass bei großen Lebensänderungen uns immer Hilfen angeboten werden, nur man bemerkt sie nicht immer. Bei mir war das so flagrant, dass ich mich angesprochen fühlte.
Aber es gaben keine Zweifel, es war ein klares nein.  Es war eine Falle, um mich von meiner Arbeit abzulenken. Ich wollte kein Lehrer mehr sein.

Dann sind wir umgezogen. Die Umbauarbeiten waren noch nicht fertig, und wir schliefen am Boden auf Matratzen. Es war wie eine Art Traum. Als dann im Herbst das Haus etwas gemütlicher geworden war, wurde der „Arista-Verlag“ gegründet, welcher sich später „Amrita-Verlag“ nannte.

Annie Laforest: Ich erinnere mich daran dieses Haus gesehen zu haben. Es war ein kleines Haus, ganz weit fort.

Daniel Meurois: Es war in der freien Natur und hatte 50M² Wohnfläche: 30M² im Erdgeschoss und 20M² auf der Etage mit einem schrägen Dach.

Annie Laforest: Dieses große ‘Ja‘ hat Ihnen dann ermöglicht, die Christlichen und Essener Lehren zu verbreiten, was Sie heute auch noch machen.

Daniel Meurois: Erstaunlicherweise ist in diesem Haus nach zwei oder drei Monaten das Buch“Essener Erinnerungen“ erschienen. Es war eine Art Zufall. Das ganze „Abenteuer“, die ganze Lebenserfahrung, die mich dazu gebracht hat, über die Essener und ihre Philosophie zu schreiben und alles, was darauf folgte, hatte dort begonnen.

Annie Laforest: Sprechen Sie ein wenig über die Essener, weil viele Leute noch nichts davon gehört haben, sie kennen das Wort einfach nicht. Manche Personen haben vielleicht davon gehört, aber sie wissen nichts Genaues.  Wer waren die Essener?

Daniel Meurois: Die Essener waren eine kleine Gruppe mystischer Personen der jüdischen Tradition vor zweitausend Jahren. In diesem Kontext ist Jesus, der Meister Jesus, groß geworden. Ich würde sagen, dass die Essener ein wenig ketzerisch waren  im Vergleich zu der restlichen damaligen jüdischen Bevölkerung.

Sie waren mehr mystisch, mehr asketisch und sie lebten entweder in Gemeinschaften,  welche sehr rigide waren, wie bei Qumran oder in Dörfern, in Galiläa, wo sie mehr Freiheiten hatten und wo die Gleichberechtigung eine Rolle spielte. Unter diesen Bedingungen ist Jesus aufgewachsen. Sie waren es, die Essener, die diese berühmten Manuskripte des Toten Meeres, von denen man viel spricht, geschrieben haben. Diese Manuskripte zeigen gut den strengen klösterlichen Aspekt von Qumran. Die Gemeinschaften, wovon ich in meinen Büchern gesprochen habe, sind  Bruderschaften in kleinen Dörfern, wo eine echte Milde, eine große Toleranz und starkes Mystizismus hervorragte.
Ich habe Zugang zu diesen Informationen erhalten durch die Entwicklung des Experimentes der außerkörperlichen  Erfahrung, wovon ich eben sprach. Außerhalb meines Körpers habe ich festgestellt, dass mein Bewusstsein Zugang zu anderen Schichten und anderen Vibrationsebenen hatte. Indem man an sich selbst arbeitet, habe ich festgestellt, dass das Bewusstsein in bestimmten Fällen die Möglichkeit hat, sich mit einem fünften Element der Natur, wovon man nicht oft spricht, zu verbinden.  Klassischerweise spricht man von den vier Basiselementen: die Erde, das Wasser, das Feuer und die Luft. Wir werden jetzt nicht ins Detail gehen, aber global sind das die Basiselemente. Es gibt ein fünftes großes Element, welches man die Akasha nennt.  Das Wort Akasha kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Licht. Aber Licht mit einem großen „L“. Früher hätte ich gesagt, dass das Besondere an diesem Element des Universums vergleichbar ist mit der lichtempfindlichen Platte eines Fotoapparates.  Aber heute würde ich es, etwas moderner ausgedrückt, mit der mega- großen Festplatte eines Computers vergleichen. Das heißt, dass alle Handlungen, alle Gedanken und alles Gesagte des Universums – aber sprechen wir doch lieber nur von der Erde –  dort gespeichert werden. Es ist wie eine immens große Datendank. Und wenn man sein Bewusstsein mit dieser großen Datenbank verbinden kann, dann findet man den Film von bestimmten Geschehnissen der Vergangenheit. Auf diese Art und Weise und mit Hilfe der Lichtwesen, insbesondere des „blauen Wesens“, wovon ich eben gesprochen habe, konnte ich mich mit dem Film eines meiner vergangenen Leben verbinden. Dieses Leben habe ich vor zweitausend Jahren in einer Essener Gemeinschaft mit dem Meister Jesu gelebt.

Also habe ich von einem Leben gesprochen, welches ich gelebt habe. Diese Art von Experiment der Entkörperung setzt voraus, -ob man nun daran glaubt oder nicht- dass es eine Reinkarnation gibt. Man hat mich oft gefragt: „Glaubst du an die Reinkarnation?“ Ich habe immer geantwortet: “ Nein, ich glaube das nicht, ich weiß es“. Es ist kein Glauben an etwas, es ist etwas  Gelebtes. Das spüre ich immer wieder in meinem Körper und in meiner Seele. Ich erzähle diese kurze Geschichte, damit diejenigen, die mich noch nicht kennen, meine Schritte ein wenig kennen lernen, denn diese Schritte waren ursprünglich rein experimentell. So beschreibe ich in meinen Büchern diese zahlreichen Experimente.

Annie Laforest: Daniel, ist das jedem gegeben?

Daniel Meurois: In der Theorie, ja. Alle menschlichen Wesen sind gleich gebaut, das ist klar; außer dass einige besser in Mathematik sind, andere sind Musiker, Maurer oder Klempner. Jeder ist wichtig. Meine Spezifität ist, dass mein Bewusstsein, meine Seele für diese Art Arbeit berufen war und um Zeugnis abzulegen.

Für Außenstehende ist es dann leicht zu sagen: ja, du hast einen Sprung ins Ungewisse gemacht, aber du wusstest… da muss ich antworten, nein, weil das, worüber ich jetzt spreche, damals für mich nicht selbstverständlich war. Ich kannte die Entkörperlichung und ich wusste dass die unsichtbaren Welten existieren. Aber man sagte mir damals immer: „Man kann dir nichts garantieren“.

Annie Laforest: Es war in erster Linie ein Akt des Glaubens.


Daniel Meurois
: Genau. Das ist das, was ich eben sagen wollte. Intuitiv wusste ich, dass wenn ich die Dinge nicht ans Laufen bringe, gar nichts passieren würde. Und ich glaube, dass das auf alle Menschen zutrifft. Mein Beispiel ist vielleicht etwas besonders, weil es mit dem Unsichtbaren zusammen hängt. Ich habe aber sehr schnell eine große Kraft in mir gespürt. Es war als hätte ich, unbewusst, den roten Faden in meinem Leben entdeckt. Den roten Faden meines Lebens, genau das war es.

Ich glaube, dass wir alle mit einem Fahrplan auf die Welt kommen aber ohne Gebrauchsanweisung. Es gibt keine Gebrauchsanleitung für unseren Lebensweg.

Annie Laforest: Aber auf diesen Weg fühlt man sich vielleicht prädestiniert. Man geht diesen Weg, aber man ist trotzdem unzufrieden. Oft wird einem der Lebensweg erst klar, wenn man darauf zusteuert. Und das ist schwierig.

Daniel Meurois: Ja, das ist schwierig, und man muss ab und zu den Mut oder die Kraft haben, inne zu halten und zu überlegen: Was will ich wirklich vom Leben? Was ist mir besonders wichtig?

Nicht jeder ist fähig, sich das zu sagen. Ich erkenne, dass das für jedermann nicht ganz einfach ist. Aber wenn man darüber im Klaren ist und sich sagt: Ich weiß vielleicht nicht genau, was ich will, ich weiß nicht, wohin das Leben mich führen wird, aber ich weiß,  dass ich das, was ich jetzt lebe, nicht will. Ich glaube, dass das der Moment ist, wo man auf seine innere Stimme hören soll und dann erst große Schritte unternehmen soll. Ich glaube, dass unsere Welt zu voll von Leuten ist, die immer auf der Stelle treten. Selbstverständlich, man könnte mir sagen, dass  ich mich hätte irren können. Ja, ich hätte mich irren können. Und vielleicht hätte ich mich effektiv geirrt. Und dann? Ich glaube, dass man lernen muss, sich zu irren.

Annie Laforest: Ja, sich irren ist nicht schlimm.

Daniel Meurois: Man hat es wenigstens probiert. Es öffnet einem auch das Bewusstsein. Ich glaube, dass das Schlimmste was einem im Leben passieren kann – das Schlimmste, verstehen wir und richtig – ich meine, eins der traurigsten Dinge des Lebens ist, ganz einfach, es nicht zu wagen,  Risiken einzugehen. Ich weiß, dass einige Leute diese Worte sehr hart finden werden. Und es ist wahr, dass das nicht einfach ist. Aber die Unvorsichtigkeit tut manchmal ganz gut.  Durch sie verändern wir uns.

 Man kann auch keinen Anspruch erheben auf etwas, was einen glücklich machen kann, wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht bereit ist, eine Wende in seinem Leben zu machen.

Annie Laforest: Ich nehme eine Chance wahr.

Daniel Meurois: Ich nehme eine Chance wahr. Ich nehme die Chance. Es ist schade, wenn man zögerlich ist. Sicherlich kann sich nicht jeder erlauben, Risiken einzugehen, besonders wenn man eine Familie hat, kleine Kinder, usw. Das ist eine ganz andere Situation und ich bin mir dessen bewusst. Aber das, was ich sagen will ist, dass ab und zu, und öfters als man glaubt, sich Türen im Leben öffnen und dann soll man sich sagen: gut, welche Chance nehme ich?

Annie Laforest: Daniel, es ist das Gleiche, wie wenn man auf seinem Sterbebett liegt und bereut, bestimmt Dinge nicht gemacht zu haben. Es ist nicht das, was man versucht hat, verpasst hat oder was gescheitert ist, nein es das,  was man nicht versucht hat, was weh tut.

Daniel Meurois: Ja, genau. Ich habe in meinem Leben mehrere große Wendungen durchgemacht. Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich große Wendungen im Leben gemacht habe, die nicht einfach waren.

Sie waren schmerzhaft und man verliert gewisse Dinge dabei. Aber ich habe schon gesagt, dass ich reich an Verlusten bin. Durch diese Verluste konnte ich innerlich wachsen und vielleicht mehr, als wenn ich auf meinen damaligen Schienen geblieben wäre. Im Nachhinein ist das einfach zu sagen, weil die Begebenheiten vorbei sind. Aber in Wahrheit, wenn man das Risiko nicht eingehen will, sich zu irren, irrt man sowieso schon.

Annie Laforest: Ah, das ist stark.  Das werde ich meditieren. Daniel, ich möchte weiter über die Essener sprechen und über Ihr letztes Buch, Ihr „letztes Baby“. Ich hole es mir gerade.

Daniel Meurois: Es ist nicht nur mein „letztes Baby“ es ist es ebenfalls von meiner Gattin –Marie-Johanne Croteau- weil wir das Buch zusammen geschrieben haben. Sie ist Co-Autorin des Buches.

Annie Laforest: Es ist ein sehr praktisches Buch.

Daniel Meurois: Es ist ein praktisches Handbuch, wo von der Philosophie der Essener und Ägyptischen Therapien gesprochen wird und über die tiefe Kenntnis der energetischen Struktur des menschlichen Wesens. Der größte Teil des Buches bezieht sich selbstverständlich auf die praktischen Anwendungen der Heilbehandlungen.

Annie Laforest: Es handelt sich nicht nur um Behandlungen des menschlichen Körpers…

Daniel Meurois: Es geht um den Menschen ganzheitlich: Körper, Geist und Seele. Es handelt sich um die Essener und Ägyptische Tradition, die gleichen Ursprungs sind und eng miteinander verwandt.

Annie Laforest: Was erwarten jetzt die Leute, die ihr Buch lesen werden?

Daniel Meurois: Sie haben nicht nur ein Buch mit einer Arbeitsmethode in der Hand, sondern auch ein Buch, welches  in den heiligen Aspekt, der sehr wichtig ist, dieser Arbeitsmethode  einführt. In diesem Buch ist der heilige Aspekt extrem wichtig, weil man diese Heil- und Behandlungstechniken nicht so einfach machen kann, ohne dass man diesen heiligen Aspekt verinnerlicht hat. Das Heilige ist etwas extrem Wichtiges bei dieser Behandlungsmethode.

Diese Heilmethode ist sehr komplett, und ich glaube, dass es immer eine Verbindung  mit der Universellen Lebenskraft gibt, die der Therapeut pflegen muss. Einige nennen sie Gott, andere die Universelle Energie, aber es spielt keine Rolle, welchen Namen man ihr gibt. Es handelt sich um diese immanente Lebenskraft, die uns ständig ernährt.

Und die Suche des Essener-Ägyptischen Therapeuten nach dieser Verbindung  bringt ein Gefühl der Einheit mit Allem. Und wenn dieses Gefühl der Einheit beherrscht ist, kann die Heilkraft umso besser zum Kranken fließen. Diese Methoden wird man nicht praktizieren, als wenn man eins plus zwei plus drei plus vier zusammen zählt, und es dann zehn sind oder so ungefähr. Das ist es nicht. Es ist etwas Ganzes. Man betritt eine Lebensdimension, die ganz anders ist, und das macht den Unterschied bei diesen Behandlungen. Ich würde sagen, dass es magisch ist für denjenigen, der die Behandlung bekommt und ungemein „wachstumsfördernd„ – zwischen Anführungszeichen, da ich nicht weiß ob es das Wort überhaupt gibt – für denjenigen,  der behandelt.  Man arbeitet in Wirklichkeit im Dreieck: Das Göttliche, der Therapeut und der Patient.

Annie Laforest: Während der Videokonferenz werden wir einen „ Werkzeugkoffer“ anbieten. Für diesen Zweck haben Sie uns eine Übung aus diesem Buch zur Verfügung gestellt.  Könnten Sie uns ein wenig von dieser Übung sprechen?

Daniel Meurois: Diese Übung ist einmalig in diesem Buch, weil das ganze Buch Personen gewidmet ist, die Kranke behandeln. Aber es gibt eine Übung, und es ist genau diese, wo die leidende Person sich selbst behandeln kann. Das ist die Ausnahme in diesem Buch, es ist eine Übung, die der Therapeut dem Patienten mitgeben kann, um sich zwischen zwei Behandlungen selber zu behandeln.
Es ist eine Übung für Personen, die unter  starken Emotionen leiden. Ich denke, dass eine starke Emotionalität die offene Tür für Ängste ist. Ich glaube, dass wir alle Menschen in unserem Umfeld kennen, die extrem emotiv sind und die für ein kleines „Ja „ oder „ nein“ dramatisieren oder ihre Selbstbeherrschung verlieren. Die Emotion ist da, man fühlt sich schlecht,  man hat Schwierigkeiten, sein Leben zu meistern und das führt oft zu mehr oder weniger chronischen Ängsten. Das ist ein Phänomen,  welches sehr häufig vorkommt. Das hat es natürlich schon immer gegeben, aber vielleicht trägt die moderne Welt noch zu seiner Verstärkung bei. Das Besondere an dieser  Übung ist, auch wenn sie mehrere tausend Jahre alt ist, dass die Person, die starke emotionale Beschwerden hat, diese einfachen Gesten machen kann.

Annie Laforest: Ist das eine Atemübung?

Daniel Meurois: Es ist eine Atemübung. Man legt die Hände auf bestimmte Chakras und indem man auf eine bestimmte Weise atmet, visualisiert man etwas ganz bestimmtes. Aber das ist nicht wie eine Aspirin-Tablette. Diese Übung sollte man jeden Tag machen, damit sie eine Gewohnheit wird und so eine tiefe Wirkung auf die Person hat.

Annie Laforest: Aber das ist Selbstentfaltung…

Daniel Meurois:  Genau. Es ist nicht wie wenn man eine Tablette schluckt  und zehn Minuten später die Symptome verschwunden sind. Das ist es nicht, das ist klar. Es ist kein Zaubermittel, es ist eine Arbeit, die man an sich selbst machen muss, ganz langsam, ganz einfach und man braucht dafür kein Spezialist zu sein.

Annie Laforest: Sie haben diese Übung gezeigt, weil wenn man ins Leere springt, eine Änderung wünscht oder etwas macht, was man noch nie gemacht hat, das alles Ängste hervorrufen kann und viel innere Emotionen aufwühlt.

Daniel Meurois: Im Allgemeinen bringt das Emotionen, Ängste und zusätzlichen Stress.

 Annie Laforest: Aber warum macht das Unbekannte solche Angst, warum bremst uns das Unbekannte so stark?

Daniel Meurois: Ich glaube, dass wir in diese Richtung erzogen worden sind. Es gibt Völker, und im Allgemeinen werden sie als primitiv eingestuft, die den Begriff « Angst » nicht kennen und dafür auch kein Wort in ihrer Sprache haben. Ich sage nicht, dass es viele von diesen Menschen gibt. Es gibt afrikanische Völkerstämme –  ihr Name fällt mir jetzt nicht ein- die den Begriff der Angst nicht kennen. Das Wort gibt es nicht. Man wird selbstverständlich sagen, dass die Angst im Leben nützlich ist, um keine Dummheiten zu machen, dass sie eine Art Selbstschutz darstellt und uns hindert in gewissen Momenten zu leiden.

Jedoch glaube ich, dass die Menschen in unserer heutigen Kultur seit der Geburt lernen, vor vielen Dingen Angst zu haben. Sicher, wir alle wissen, dass man leiden kann.

Wir alle wissen, dass man fallen kann, sich weh tun kann, körperlich und  seelisch… Aber der Begriff der Angst ist so entwickelt, dass sie uns seit der Geburt einschränkt. Wir beschränken unserer Kinder in ihrer Entwicklung, indem wir sie misstrauisch machen, weil wir ihnen das Vertrauen nicht lernen. Das Vertrauen ist sehr wichtig: das Vertrauen  in unseren Lebensweg, das Vertrauen in unsere Fähigkeiten, das Vertrauen in unser Schicksaal.

Annie Laforest: Ein Glaubensakt kommt vom Herzen, nicht vom Kopf.

Daniel Meurois: Genau. Ich glaube, dass die Menschen auf der Erde dies gut darstellen. Meine Geschichte ist nur ein kleines Beispiel dafür. Aber es gibt viele Leute, die es geschafft haben, sich selbst zu übertreffen, eben weil sie an einem gewissen Zeitpunkt an etwas Bestimmtes geglaubt haben.

Man muss aufhören, ängstlich zu sein. Wir leben in einer Welt, wo man mehr und mehr mit Versicherungen abgedeckt sein muss. Es sind Versicherungen aller Art,  die uns gegen alle Gefahren absichern.

Annie Laforest: Da ist auch ein gutes Geschäft.

Daniel Meurois : Ja, das ist finanziell ein sehr bedeutendes Geschäft.

Fazit: sobald etwas im Leben schief läuft, dann ist man hyper-emotiv, ängstlich und hat großen Stress. Dann verliert man seine Kapazitäten und viele Leute geraten dann in Panik. Und was passiert dann? Man nimmt Anxiolytika und der Teufelskreis beginnt. Ich glaube, dass man in diese Richtung geht, dass unsere Welt in diese Richtung geht. Man sollte eher den Menschen helfen, ab der Kindheit Herr über sich selbst zu sein, in dem Sinne dass jeder seines eigenen Potentials bewusst werden soll.   Nicht das Potential, welches von außen kommt, dem man sich anpassen muss, sondern das eigene Potential des einzelnen Menschen. Man irrt sich, wenn man denkt,  dass jeder die gleichen Fähigkeiten hat und das auf allen Daseinsebenen.  Das ist nicht möglich: nicht jeder kann Arzt werden, nicht jeder kann Schriftsteller werden, nicht jeder kann ein Haus bauen. Jeder hat seine eigenen Stärken. Dies gilt es herauszufinden. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, sein eigenes Vertrauen zu finden, sein eigenes Gleichgewicht. Die Macht der Pharmaindustrie, aber auch der Politik, werden stark darunter leiden. Weil man dann mit Menschen zu tun hätte, die wissen was sie wollen,  die ihr Leben in die Hand nehmen, Menschen die weniger feige sind, weniger abhängig, ganz einfach, Menschen die reifer sind.

Annie Laforest: Durch die Selbstentwicklung werden wir reifer?

Daniel Meurois: Das ist das Ziel. Und aus dieser Reife wächst eine freie, spontane, nicht dogmatische Spiritualität. Sie erlaubt die Verbindung mit unserer höheren Dimension. Das ist das Geheimnis. Das  passt nicht  jedem.

Annie Laforest: Das wäre für ein anderes Interview. Man könnte noch lange diskutieren. Daniel Meurois, was könnten Sie zum Schluss an die Personen sagen, die im Innern spüren, dass ein Weg sich zeigt, aber die Angst haben,  diesen Weg zu beschreiten? 

Daniel Meurois: Es gibt keine definitive Antwort, weil es zu einfach ist, jedem zu sagen, dass man Vertrauen haben muss. Das Vertrauen erfindet man nicht. Einerseits, weil es unterschiedliche Temperamente gibt und nicht alle Menschen sind gleich unternehmungslustig und andererseits, weil die Erziehung, die man erhalten hat, ebenfalls eine Rolle spielt. Man sollte auf sein Herz hören und sich fragen: welchen Traum hatte ich, als ich auf die Welt gekommen bin oder als ich ein Kind war? Jeder sollte nachdenken und sich fragen: welcher ist mein Lebenstraum? Und wenn man diese Übung ganz ehrlich macht, dann kommen Erinnerungen der Kindheit  ins Bewusstsein usw. Ich sage jetzt nicht, dass man ab diesem Moment den Traum, den man in seinem Herzen trägt, realisiert. Aber dass man kleine Schritte im Leben machen kann, die uns von gewissen Frustrationen befreien, von gewissen Schmerzen, um nach und nach etwas mehr entspannter zu sein, nicht so streng mit sich selbst. Und vor allen Dingen, ohne sich schuldig zu fühlen.

Annie Laforest: Daniel, vielen Dank. Ich lade die Leute, die uns jetzt zuhören ein,  auf Ihre Webseite zu gehen.

Daniel Meurois www.danielmeurois.com

Annie Laforest: Ja, selbstverständlich. Vielen Dank, Daniel. Es war wirklich ein nettes Gespräch.

Daniel Meurois: Vielen Dank. Auf Wiedersehen.