Durch die Zeit zu reisen gehört mit Sicherheit zu den ältesten Träumen der Menschen. Von Fantasiegeschichten über avantgardistische Spekulationen bis hin zu sonderbaren wissenschaftlichen Hypothesen, seit jeher fasziniert die Erkundung der Raum-Zeit. Erstaunlicherweise ist dieses Interesse selbst in der so rationalen modernen Zeit nicht abgeflaut. Abseits der Literatur ermöglichen umfangreichste Forschungen der Quantenphysik eine dermaßen revolutionäre Annäherung der zeitlichen Dimension, dass alte Hoffnungen mehr denn je wieder aufflackern.

Allerdings ist mein Ansatz ein ganz anderer, da ich nicht das Wissen eines Wissenschaftlers besitze. Meine Herangehensweise beruht auf persönlicher Erfahrung… die zunächst einmal unfreiwillig war, muss ich zugeben. Da ich mit Mathe nichts am Hut habe, sind diese Zeilen also nur das Ergebnis meiner Erfahrung mit einem Phänomen, das mein Leben – gelinde gesagt – umgekrempelt hat.

Ohne hier in Detail über meine persönliche Entwicklung der letzten fünfunddreißig Jahre zu berichten, sagen wir einfach, dass ich dabei nach und nach eine Methode zur Erforschung dessen, was man üblicherweise Vergangenheit nennt, entdeckt habe. Mein Arbeitswerkzeug, weit entfernt von den « Zeitmaschinen » der Science-Fiction, besteht einzig und allein in der grundlegenden Veränderung meines Bewusstseinszustands. Zum besseren Verständnis lege ich im Folgenden kurz dar, was es mit diesem Phänomen auf sich hat bzw. wie ich die Zeit erforsche.

Dafür müssen wir zunächst vom dem Postulat ausgehen, dass jeder Mensch eine Seele hat, welche die natürliche Fähigkeit besitzt, sich von dem dazugehörigen physischen Körper zu lösen und ein autonomes Leben in einem anderen Schwingungsraum zu führen.

Mein bevorzugtes Eingangstor zu eventuellen Tauchgängen in den Zeit-Raum basiert auf der Kenntnis und der kontrollierten Erfahrung mit dem Austritt des Bewusstseins aus meiner fleischlichen Hülle. Erst wenn sich der Energiekörper meiner Seele bewusst von meinem physischen Leib gelöst hat, kann ich mich in einen Zustand versetzen, der die Voraussetzungen für eine Reise in die Akasha-Chronik, wie sie im Orient heißt, erfüllt. Damit meine ich einen Zustand von nahezu vollständiger Leere, währenddessen sich « etwas » in mir mit einem spezifischen Zeitraum der menschlichen Geschichte oder mit einer bestimmten Person verbindet. Das geschieht nicht durch einen Impuls des Willens, sondern durch einen vertrauensvollen Ruf.

In diesem Raum, der leer erscheint, obwohl er in Wahrheit unglaublich voll ist, spüre ich, dass mein Bewusstsein sich einer bestimmten Wellenlänge anzupassen versucht, wie etwa wenn man einen Radiosender oder ein Fernsehkanal mit Hilfe eines Schiebereglers wählt. Wenn die Verbindung hergestellt ist, dann reißt auf einmal der Schleier der Zeit und meine Seele verschmilzt augenblicklich mit der Vergangenheit… vorausgesetzt, sie ist in einem Zustand des völligen Loslassens, ganz egal, welche Realität sich ihr offenbart.

Es ist ein Zustand der vollständigen Versenkung und man muss sich im Klaren sein, dass man bei einer solchen Bewusstseinserweiterung nicht nur Zuschauer einiger unscharfer Bilder aus der Vergangenheit ist. Meine Seele befindet sich dabei im Mittelpunkt einer Szene, die sich Jahrhunderte wenn nicht Jahrtausende zuvor abspielt. Das hat mit einem Film, der auf eine äußere Leinwand projiziert wird, nichts zu tun. Die Seele ist Bestandteil des Films, als würde sie tatsächlich in dieser Zeitperiode leben, und nimmt alles wahr mit den Sinnen, die diesem vergangenen Leben zur Verfügung standen: Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. Erwartungsgemäß ist es unmöglich, den Ablauf der Ereignisse zu verändern… Wer ein solches Phänomen erlebt, ist also voll und ganz eingefangen in den Szenen, die er entdeckt und die ihn womöglich völlig erschüttern.

Ich muss sagen, dass ich erst nach mehreren solchen Erfahrungen ohne Zweifel begriffen habe, dass die Filme, zu denen ich Zugang bekam, durch den Blick, und folglich das Bewusstsein eines Mannes oder einer Frau, die während der erforschten Zeitperiode gelebt hatten, gespeichert worden waren… Zuweilen handelte es sich auch um mein eigenes Bewusstsein in einer anderen Inkarnation.

Heute weiß ich, dass jedes Mal, wenn ich dazu erwählt werde, die Vergangenheit zu « lesen », sich der Film aus dem Gedächtnis eines bestimmten Menschen vor meinem inneren Auge abspielt und mir, in modernen Begriffen ausgedrückt, mit Hilfe einer bestimmten Schwingungsfrequenz Zugang zur grundlegenden Datenbank dieses Menschen gewährt wird.

Nach Hunderten solcher Erfahrungen kann ich heute behaupten, dass das Bewusstsein eines jeden individualisierten Lebewesens stets wie eine vollwertige Videokamera fungiert, die das Erlebte und Gefühlte mit absoluter – und erschreckender – Genauigkeit speichert. Ich bin auch davon überzeugt, dass dieses Gedächtnis Bestandteil einer – gestatten Sie mir den gewagten Ausdruck – unermesslichen kollektiven und gleichsam… göttlichen « Festplatte » ist. Diese « Festplatte », die einen kolossalen Speicher beherbergt, ist nichts anderes als das Akasha der Orientalen – ein wahres, lebendiges Licht, dass gemäß den ältesten Traditionen der Hauptbestandteil unseres Universums darstellt.

Das Gedächtnis, das diesem Element innewohnt und ausmacht und aus dem das sogenannte Buch der Zeit entstammt, enthält so viele Bücher, wie es lebende und denkende Wesen seit Anbeginn der Zeit gegeben hat, da jedes Wesen den Film seiner eigenen Existenz auf die empfindliche Platte des Akashas gespeichert und eingebrannt hat.

Allerdings, wenn man in diese Richtung intensiv forschen will und diese Erfahrung regelmäßig wiederholt, kann man die Sache nicht bei diesen wenigen Betrachtungen bewenden lassen. Denn durch das Erlebte werden auch alle unsere Vorstellungen in Bezug auf Zeit unwiderruflich erschüttert.

Was mich betrifft, je mehr ich die Dimension des Akashas kennenlerne, desto stärker wird meine Überzeugung, dass wir Menschen – als Spezies, die sich in einer entscheidenden Entwicklungsphase befindet – unsere Auffassung der Zeit als etwas Lineares mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bald aufgeben werden müssen.

Da meine Herangehensweise vor allem mystischer Art ist, kann ich nur von intensiven inneren Erfahrungen sprechen, die nicht quantifizierbar sind und von unserer Gesellschaft nicht anerkannt werden. Es würde mich dennoch überraschen, wenn die Überzeugung, die mich seit Jahren antreibt und für mich fassbare Realität ist, nicht irgendwann Gegenstand einer fundierten wissenschaftlichen Argumentation und – warum nicht? – einer wissenschaftlichen Studie wird.

Damit meine ich hauptsächlich meine Überzeugung, dass alles im Universum simultan abläuft. Anders gesagt, ich kann die Zeit nur noch als eine Illusion betrachten, die von unserem eingeschränkten Bewusstsein erzeugt wird. Meiner Ansicht nach entspricht die Zeit in etwa einem individuellen und kollektiven Traum, der von einem Höheren Bewusstsein – man könnte es Gott nennen – inszeniert wird, um als Werkzeug im Dienste unseres Erwachens zu fungieren.

Wenn ich mich in den Bewusstseinszustand versetze, der mir das Eintauchen in das ewige Gedächtnis ermöglicht, versteht es sich von selbst, dass alles bereits vollzogen und vollkommen ist in einer ewigen Gegenwart, die wir Ewigkeit nennen und die wir nur ansatzweise erahnen können. In diesem Sinne entspricht die Vielfalt der Leben – Leben, die wir selber experimentieren sowie Leben, an denen wir teilhaben – einer schwindelerregenden Suche nach dem Höheren Bewusstsein des Universums. Eine Suche, die der Erweiterung desselben Bewusstseins dient.

Dennoch wird in der heutigen Zeit – wir müssen ja mit dieser Illusion leben – der Zugang zum Archiv der Zeit durch Lichtwesen bzw. Intelligenzen, die dem vollkommenen Gedächtnis sehr viel näher stehen als wir Menschen, sorgfältig bewacht. Warum? Zu unserem Schutz. Die Menschen sind nicht reif genug, um mit einer Wahrheit konfrontiert zu werden, an deren « zu hellem Licht » sie sich verbrennen würden.

Außerdem bin ich der Ansicht, dass man nicht unüberlegt in die Vergangenheit wühlen soll oder kann, also nicht aus Neugier und ohne seriöse, konstruktive Motivation.

Ich für meinen Teil glaube, dass die Suche nach dem Sinn der Zeit der Suche nach unserem Ursprung gleich kommt. Und die Suche nach unserem Ursprung ist nichts anderes als die Suche nach unserem Ziel…

Wer diese Tatsache anders als mit dem Verstand begriffen hat, wird den Ozean des Akashas nur noch mit grenzenloser Achtung und Liebe betreten, wie man sich etwas Heiliges annähert.

Wenn wir eine endgültige Revolution anstreben müssen, dann die, wodurch wir das Geheimnis des Zeit-Raums entschlüsseln, denn darin verbirgt sich die Wahrnehmung der Einheit von allem, was ist… die Basis für wahren Frieden und Vollkommenheit.

Daniel Meurois

Vgl « Das große Buch der Akasha-Chronik – Der Zugang zum universellen Weltengedächtnis » bei dem Silberschnur Verlag