Wissen Sie, was das Wort „Noël“1 bedeutet? Nun, es kommt vom Griechischen neos helios, was so viel wie neue Sonne heißt. Ist es nicht herrlich, sich diese Bedeutung bewusst zu machen, gerade jetzt, wo wir bald unsere Häuser und Städte in festlichem Glanz erstrahlen lassen?… Und wo wir, angesichts des bevorstehenden Winters, den Wunsch verspüren, unsere innere Flamme zu erneuern?

Persönlich, neben der tieferen Bedeutung dieser „neuen Sonne“ zu dieser Jahreszeit, komme ich nicht umhin, über Steine zu sinnieren. Nicht unbedingt über schöne, auf Hochglanz polierte Steine oder funkelnde Kristalle, die man in Schaufenstern bewundern kann, sondern über die schlichten, einfachen Steine, die man am Wegesrand, in Flussbetten oder sogar in einer Ecke unseres Gartens finden kann.

Warum? Weil sie mich an uns erinnern… Sie sind so unscheinbar und dennoch verbergen sie ein Geheimnis… Ein Geheimnis, das nur auf die Sonne wartet!

Als Kind habe ich oft mit dem Hammer meines Vaters gespielt, um Steine aufplatzen zu lassen… Und heute noch, beim Wandern in den Bergen, sammele ich regelmäßig kleine Felsbrocken, die zwischen den Fingern zerbröseln, wenn man versucht, die verschiedenen Schichten voneinander zu trennen.

Dabei beobachte ich immer das gleiche Phänomen… Jedes Mal, wenn ein Stein zerbricht und aufplatzt, passiert etwas Wunderbares. Es wird mir plötzlich bewusst, dass das Herz des Steines – ein Herz, das ich gerade geöffnet habe und in meinen Händen zerfließt – zum ersten Mal seit Milliarden von Jahren das Licht der Sonne erfährt. Im Bruchteil einer Sekunde bin ich das Werkzeug der Lebensenergie, der Initiator eines kleinen Brockens aus dem Mineralreich geworden.

Ich betrachte ihn… Seine mikroskopischen Kristalle beginnen zu funkeln und ich finde es zauberhaft, der Erste zu sein, der einen Blick ins Innere dieses Körpers werfen darf, mitten in einer Welt, die bis dahin geschlummert hatte.

Ich habe den Stein stimuliert, habe ein kleines Stück dunkler Unendlichkeit durcheinandergeworfen, das nur darauf wartete… von der Sonne durchflutet zu werden…

In solchen genussvollen und berührenden Augenblicken fällt mir die Ähnlichkeit zwischen diesen Felsbrocken und uns Menschen auf. Auch wir werden im Laufe der Zeit und unserer Leben mal poliert, mal gebrochen, bis das Leben unsere Schale, unsere Widerstände sprengt und unsere inneren Wesen ans Licht bringt.

Es wird mir immer klarer, dass die Umstände, die uns erbarmungslos zwischen Hammer und Amboss bringen, nur den Zweck erfüllen, uns so lange zu bearbeiten, bis die Strahlen einer neuen Sonne in uns eindringen können, in anderen Worten bis die ersten Anzeichen einer neuen Vision von uns selbst und unseren Horizonten in uns entsteht.

Kleine, formlose Steine, von den Wellen glattgeschliffene Kieselsteine oder geheimnisvolle Geoden… so sind wir alle und warten auf die Verwandlung, die unsere Herzen anders schlagen lässt…

Das kommende Weihnachtsfest soll ein wahres Fest für unsere Seele werden? Ja, ich glaube daran und wünsche es uns von ganzem Herzen.
Das einzige Problem… ist die Anzahl der Hammerschläge!

Daniel Meurois

1 „Weihnachten“ auf Französisch