Viele Menschen sprechen in letzter Zeit vom Aufbruch eines neuen Zeitalters auf Erden. Die Rede ist von einem Bewusstseinswandel und von Umwälzungen aller Art, die sich sowohl auf die Menschen als auch auf das Gleichgewicht unseres Planeten auswirken.
Wie ist das zu verstehen und wie verhält man sich am besten, um diese Phase zu durchleben?
Gibt es eine höhere Kraft und eine zentrale Erkenntnis, die uns inmitten der Fragen und alltäglichen Prüfungen zum Wachsen bringen können?
Um diese Fragen zu beantworten, spricht Daniel Meurois von seiner Erfahrung und seinem Verständnis des großen Wandels, den wir zurzeit erleben.
Hier sind einige Schlüssel, die uns im Prozess des Erwachens zu mehr Verantwortungsbewusstsein und Frieden führen können…

Marie Johanne Croteau: Guten Tag, Daniel!

Daniel Meurois: Guten Tag!

Marie Johanne Croteau: Alle Menschen, die sich für das Thema Bewusstseinswandel interessieren, sind sich darüber einig, dass wir am Anfang eines neuen Zeitalters stehen. Was ist deine Vision für die kommenden Jahre?

Daniel Meurois: Persönlich habe ich nie zu jenen gehört, die dachten, dass das Erreichen des berühmten 21.12.2012 radikale Veränderungen für die Erde und die Menschheit mit sich bringen würde. Ich war immer der Ansicht, dass der Übergang schrittweise stattfinden würde. Dieser hat übrigens schon vor ca. dreißig Jahren begonnen und ich denke, man kann mindestens noch zwanzig bis dreißig Jahre dazu rechnen, bis er vollzogen ist.

Die Menschen, die eine Art Quantensprung erwartet hatten, sind wahrscheinlich enttäuscht. Das Gerücht eines Quantensprungs, der ausgerechnet am 21. Dezember 2012 stattfinden würde, hatte sich weltweit durch das Internet und durch Bücher verbreitet – allerdings wurde es meiner Meinung nach falsch verstanden.

Wenn die Nacht in den Tag übergeht, gibt es faktisch jeden Morgen den „offiziellen“ Zeitpunkt: Das ist der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, wenn der erste Sonnenstrahl am Horizont erscheint. Zu diesem Zeitpunkt ist es aber noch lange nicht hell. Einige Vogelarten beginnen im Dunkeln zu singen, aber offiziell hat der Tag begonnen. Ähnlich verhält es sich mit dem neuen Zeitalter, der sich abzeichnet: Wir befinden uns erst in der Phase der ersten Sonnenstrahlen.

Der Tag zeichnet sich ab, es ist aber noch lange nicht hell, nur weil der 21. Dezember erreicht worden ist. Es ist auch gut so und es macht auch Sinn, dass ein solcher Wandel nicht von einem Tag – oder sogar von einem Jahr – zum anderen vollzogen wird. Es handelt sich um einen sehr langen Prozess.

Wie Sie wissen, das Erwachen des Bewusstseins – sei es auf Erde oder sonst wo, sei es im menschlichen oder in jedem beliebigen Reich – ist notwendigerweise ein progressiver Geburtsvorgang, genauso wie das Erscheinen des Geistes unter den Menschen nicht abrupt stattfindet. Die Offenbarung der göttlichen Präsenz verläuft immer schrittweise, denn es ist ein Reifeprozess.

Selbstverständlich gibt es entscheidende Momente wie der, den wir gerade erlebt haben und weiterhin durchleben. Aber es ist nicht der Augenblick, indem alles wie durch Wunder gelöst wird. Das ist leicht nachvollzuziehen, glaube ich, denn welche Bedeutung hätten unser freier Wille und die persönliche Arbeit an uns selbst, wenn unsere Art zu leben, unser innerer Einklang mit dem Heiligen und die Erweiterung unseres Herzens einzig und allein durch die Zyklen der Natur bestimmt würden? Wo wäre dann der Sinn des inneren Wachstums?

Das ist unsere Aufgabe, und ich glaube, es gibt grundsätzlich keinen bestimmten Zeitpunkt, der als Augenblick unserer Wiedergeburt betrachtet werden kann.

Für mich ist das alles sonnenklar – und die Mehrheit der Menschen, die nach innerem Wachstum streben, werden wahrscheinlich immer mehr davon überzeugt sein. Niemand wird uns mit einem Zauberstab verwandeln, selbst wenn es in den nächsten Monaten oder Jahren entscheidende Momente geben wird, die uns zu großen Bewusstseinssprüngen verhelfen. Allerdings haben wir schon seit 30 oder 40 Jahren mehrere solche Bewusstseinssprünge erlebt.

Wir haben gewaltige innere Veränderungen, soziale Bewegungen, Gedankenströmungen sowie spirituelle Bewegungen erlebt, die ein starkes innerliches Wachstum in uns ausgelöst haben. Diese Veränderungen sind vielleicht nicht so bedeutend, wie die Schritte, die uns jetzt erwarten, dennoch sind sie Teil des Wachstumsprozesses.

Was ist also meine Vision für die kommenden Jahre?

Sie werden allerlei Veränderungen mit sich bringen, welche die Erde, das Klima, die Politik natürlich, aber auch die Wirtschaft betreffen. Nicht nur wir befinden uns im Wandel, sondern auch unser Planet. Wichtige Veränderungen stehen bevor.

Wir müssen uns im Hinblick auf diese Veränderungen innerlich vorbereiten. Daher der bekannte Ausdruck „Bewusstseinswandel“ oder „Bewusstseinserweiterung“. Was bedeutet das?

Das heißt ganz einfach, dass wir uns innerlich darauf vorbereiten müssen, immer authentischer zu sein, uns selbst treu zu sein und unsere mentalen Schranken fallen zu lassen, dass wir schlicht und einfach liebendere Menschen werden, die den Blick auf das Wesentliche richten und in der Lage sind, die Veränderungen, die auf uns und unseren Planeten zukommen, zu durchleben. Persönlich sehe ich diese Entwicklung als sehr positiv. Das heißt nicht, dass die Ereignisse alle leicht und schön sein werden, denn sie werden von uns erhebliche Anstrengungen erfordern. Aber dadurch werden wir auf das Wesentliche zurückkehren, auf das, was zählt, nämlich die menschlichen Werte und den wahren Sinn des Heiligen.

Marie Johanne Croteau: Was denkst du, Daniel: Betrifft dieser Wandel alle Menschen oder nur die empfänglichsten von uns?

Daniel Meurois: Darauf kann man kann auf zweierlei Weise antworten.

Zunächst wird jeder Mensch auf diesem Planeten betroffen sein, schon alleine weil Änderungen am Gleichgewicht der Gesellschaft und auch am ökologischen Gleichgewicht der Erde zwangsläufig alle Erdenbewohner betreffen. Wer die Lage objektiv betrachtet, kann gewiss nicht leugnen, dass Veränderungen bereits stattgefunden haben oder gerade dabei sind, stattzufinden.

In diesem Sinne wird jeder Mensch die Gewissheit haben, dass wir von einem Zeitalter in ein anderes wechseln, auch wenn diese Tatsache nicht offiziell anerkannt ist und es nicht immer gern gesehen wird, wenn jemand diese Meinung äußert. Daran wird sich vermutlich nichts ändern, weil es die allgemein vertretene Ansicht widerspiegelt, wonach es immer solche Veränderungen gegeben hat und wir dennoch immer wieder unser altes Gleichgewicht zurückerlangt haben.

Das ist die erste Sichtweise, aber es gibt auch eine andere, die die empfänglichsten Menschen betreffen. Alle Menschen werden Änderungen im ihrem Alltag erleben, aber die empfänglichsten unter ihnen, diejenigen, die sich in einem inneren Wachstumsprozess befinden, werden am meisten betroffen sein. Sie werden nicht nur im Alltag Änderungen erleben, sondern auch in ihrem Herzen.

Wie ich es eben gesagt habe, die Menschen stehen in einer Phase des Neubeginns und diese Phase erfordert unermüdliche Arbeit an sich selbst. Die Menschen, die schon in früheren Leben für eine solche Arbeit offen waren und diese auch im jetzigen Leben fortsetzen wollen, sind natürlich viel empfänglicher für die Energien der Umwandlung. Man darf nicht erwarten, dass sich alle Menschen in gleicher Weise entwickeln, nur weil ein neues Zeitalter begonnen hat. Das würde in etwa einer Bewusstseins-Standardisierung entsprechen – und das kann ich nicht glauben. Meiner Meinung nach wird sich jeder im eigenen Rhythmus weiterentwickeln, aber auf exponentielle und auch ziemlich spektakuläre Weise.

Marie Johanne Croteau: Werden die angekündigten Veränderungen durch die neue Schwingungsfrequenz des Planeten erzwungen oder ist diese neue Frequenz nur eine Einladung, sich zu verändern?

Daniel Meurois: Wieder einmal sind beide Antworten möglich. Ich betrachte die Erde seit immer als lebendes Wesen, nicht nur auf ökologischer Ebene, sondern auch ganzheitlich gesehen – und das wurde mir im Laufe der Jahre durch zahlreiche mystische bzw. außersinnliche Wahrnehmungen bestätigt. Die Erde lebt, denkt und fühlt ähnlich wie wir es tun, nur natürlich auf einer ganz anderen Ebene. Die Erde hat einen Körper, eine Seele und einen Geist.

Wenn der Planet aufgrund gewisser Phänomene und kosmischer Zyklen, die unser Verständnis übersteigen, zu mutieren beginnt, dann kann man gut nachvollziehen, dass er uns in seine Verwandlung mitzieht… sei es nur wegen der Auswirkungen des Klimawandels, der Veränderungen der Erdkruste, der Ozeane oder des Zustands der Eiskappen usw.… Wenn sich alles verändert, werden auch wir gezwungen, uns neu zu organisieren.

Gewiss wird es Veränderungen geben, die uns durch das Verhalten unseres Planeten aufgezwungen werden. Gleichzeitig und auf einer subtileren Ebene werden wir uns auch innerlich anpassen müssen, schon alleine durch die bekannte Änderung der Schwingungsfrequenz unserer Welt – unseres Heimat-Planeten – und diese Anpassungen werden mit den konkreten äußeren Veränderungen einhergehen. Wer es nicht schafft, sich innerlich anzupassen, gefährdet sein Gleichgewicht, davon bin ich überzeugt. Es handelt sich meist um Menschen, die durch mentale Schranken, Ängste, emotionale oder affektive Blockaden und auch durch konditionierte spirituelle Blockaden in ihrer Entwicklung blockiert werden.

Viele Menschen, die psychologisch und gesundheitlich sehr labil sind, fühlen sich irgendwie von den aktuellen Geschehnissen auf unserer Welt entfremdet. Kein Wunder, dass es immer mehr Menschen gibt, die von Beruhigungsmitteln, Neuroleptika oder Antidepressiva abhängig sind. Das ist ein Zeichen, dass irgendwas nicht in Ordnung ist in unserer inneren Welt und dass es eine Diskrepanz gibt zwischen dem, was unsere Seele braucht und der Welt, die wir geschaffen haben sowie unserer Lebensweise und unserem Verhalten auf diesem Planeten. Deshalb sind wir schon seit einigen Jahren aufgefordert, uns anzupassen. Und diese Notwendigkeit der Anpassung – der Abstimmung, könnte man sagen – wird in Zukunft immer dringender werden.

Diese Worte mögen ein bisschen beängstigend sein, dennoch glaube ich, dass man die großen innerlichen Veränderungen, die auf uns zukommen, nicht fürchten sollte. Vielmehr sollte man sich darüber freuen.

Die Menschen müssen eine neue Welt gebären, denn sie können nicht in diesem Zustand von permanenter Unzufriedenheit verbleiben. Man braucht nur um sich zu hören… Ich glaube, dass es kein einziges Land auf Erden gibt, wo die Menschen völlig glücklich über ihrem Zustand sind. Es ist klar, dass sich etwas ändern muss, und alle Kulturen und Länder oder Klimaregionen sind betroffen.

Überall, wo ich in der Welt gewesen bin, habe ich Menschen gesehen, die sich nach einer Änderung sehnen – die eine Änderung sogar dringend nötig haben. Dennoch, wenn man mit ihnen über einen Wechsel redet, reagieren sie mit Worten wie „Langsam, langsam… Es muss noch so weitergehen. Es ist sinnlos, von einem Wandel unserer Spezies oder unseres Planeten zu sprechen. Alles wird wieder in den Normalzustand zurückkehren… wie früher“. Die Frage ist, war man „früher“ wirklich zufrieden?

Meiner Meinung nach war früher niemand wirklich zufrieden, denn der „frühere Zustand“ war geprägt von Konditionierungen, von einer anderen Art von Leiden, und auch von Ungerechtigkeiten – machen wir uns nichts vor. Wir wollen nicht die Welt der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende wieder haben, aber gleichzeitig fürchten wir uns vor Änderungen… so geht das nicht! Persönlich bin ich überglücklich, dass sich endlich etwas bewegt. Ich denke, wir sollten alle froh darüber sein. Eine Entbindung ist in der Tat manchmal schmerzhaft, aber wir können in unserem Herzen, in unserem Kopf und in unserem Bewusstsein bestimmen, wie wir diese Entbindung durchleben.

Je mehr wir uns der Angst unterwerfen und uns versteifen, desto mehr werden wir unseren primitiven Emotionen und Reflexen ausgeliefert und müssen leiden. Was wir brauchen ist eine große Portion Loslassen und Vertrauen in das, was uns das Leben bzw. Gott mehr und mehr und unmissverständlich anbietet.

Marie Johanne Croteau: Der Begriff „Entbindung“ setzt aber eine Schwangerschaft voraus…

Daniel Meurois: Genau, und in diesem Zustand sind wir schon lange. Selbstverständlich sind wir seit Jahrtausenden „schwanger“, weil unser Bewusstsein wächst, sich erweitert… Aber bei jeder Schwangerschaft kommt der Augenblick, wo man die ersten Geburtswehen spürt und das ist jetzt. Es ist allgemein bekannt, dass jede Frau vor der Entbindung eine gewisse innere Spannung verspürt im Hinblick auf die eventuellen Schmerzen und das Unbekannte, was auf sie zukommt, vor allem wenn sie noch nie entbunden hat. In diesem Zustand befinden wir uns jetzt. Und selbst wenn wir bereits in anderen Zeiten eine solche Entbindung erlebt haben, wir erinnern uns nicht mehr oder nur sehr wenig daran.

Man darf auch die Freude nicht unerwähnt lassen, mit der die Gebärende ihr neugeborenes Baby betrachtet. In unserem Fall sind wir das Neugeborene. Wir sind ein Teil von ihr – ein Teil, der längst noch nicht vollkommen ist. Aus den kleinen menschlichen Wesen, die wir sind, werden nicht ohne weiteres verwirklichte Meister entspringen. Man sollte sich nichts vormachen, das sage ich hier noch einmal. Dennoch haben wir heute die Gelegenheit, in den nächsten Gang zu schalten. Das erfordert von uns viel Arbeit und Selbstlosigkeit, weniger Egoismus und natürlich mehr Großzügigkeit und Klarheit. Das letzte ist besonders wichtig. Ich glaube, wir werden keine Fortschritte machen, wenn wir weiterhin den Kopf in den Sand stecken, wie wir schon viel zu lange gemacht haben.

Marie Johanne Croteau: Man kann es eigentlich so formulieren, dass wir ein neues Wesen bzw. eine neue Daseinsweise gebären. Wir selbst sind angesprochen, wir selbst müssen uns selbst gebären. Im Grunde ist das eine Aufforderung, den Kindeszustand zu verlassen und endlich Eltern zu werden – denn von Meistern ist hier nicht die Rede.

Daniel Meurois: Ganz genau. Wir sind dazu aufgerufen, einen anderen Aspekt von uns selbst zu gebären, eine andere, vollkommenere Selbstverwirklichung zu erlangen. Immer wenn wir heute Leid und Angst erfahren, wissen wir, dass wir die Geburt innerlich hinauszögern anstatt loszulassen und ganz einfach Gott, der Natur oder der Lebenskraft zu sagen: „Herr, ich vertraue dir, ich vertraue mich letztendlich deiner Führung“. Dazu rufe ich jeden von uns auf. Das heißt aber nicht, dass wir uns um nichts mehr kümmern brauchen und nur noch darauf warten, dass die höhere Intelligenz unsere Probleme löst. Nein, so ist das nicht gemeint. Wir müssen alles daran setzen, um bessere Menschen zu werden, um die heilige Kraft des Lebens wahrzunehmen, um dem Leben zurückzugeben, was es uns schenkt. Dies erfordert von uns stete Bemühungen und Engagement. Aber es muss nicht zu einem Kampf ausarten gegen wen oder was immer. Wir machen, was wir können und das Göttliche – das Leben – weiß, wo es uns hinführt. Die Wege mögen schwierig und gewunden sein, aber unser eigentliches Ziel ist die Sonne, wie ich schon gesagt habe. Die Sonne unseres Herzens.

Letztendlich bewegen wir uns Schritt für Schritt auf etwas Besseres zu.

Marie Johanne Croteau: Daniel, was ist deiner Meinung nach die erste Hürde zu überwinden für die Menschheit im Allgemeinen und insbesondere für diejenigen, die an einen Wechsel glauben und sich dafür einsetzen?

Daniel Meurois: Die allererste Hürde, die es zu überwinden gilt, ist meiner Meinung nach der Egoismus. Es gibt noch viel zu viele Menschen auf Erde, die ein ausgeprägtes egoistisches Verhalten aufweisen, von dem sie nicht weg kommen. Es dreht sich alles nur um uns, um unseren materiellen Wohlstand, um unseren Glauben, um unseren Vorteil – und dadurch werden wir in unserer Entwicklung gebremst und blockieren unsere inneren Impulse… Die Welt, die wir kennen – unsere Welt –, und ganz besonders unser kleines, individuelles Umfeld sollen sich bloß nicht zu sehr verändern… Die meisten von uns sind grundsätzlich damit einverstanden, dass die Menschheit sich entwickeln muss, dass die Welt besser werden muss, dass man mehr geben soll, dass die Welt mehr Gerechtigkeit, mehr Fairness braucht… Dennoch, sobald es darum geht, diesbezüglich individuelle oder gemeinschaftliche Entscheidungen zu treffen, sieht man nicht allzu viele Menschen sich melden. Selbstschutzreflexe hindern uns daran, an unserem persönlichen oder nahen Umfeld zu sehr zu rütteln… denn wer weiß, worauf wir uns da einlassen?

Wahre Großzügigkeit bezieht nicht alles auf sich, auf die eigene Selbstverherrlichung oder Sicherheit. Als Erstes müssen wir wahre Großzügigkeit entwickeln. Selbst in sogenannten spirituellen Kreisen mangelt es an Kraft und Engagement, um die eigenen schönen Prinzipien und großartigen Ideen umzusetzen.

Selbst unter den öffentlich engagierten Persönlichkeiten aus spirituellen Kreisen gibt es noch zu viele, die für ihre eigene Selbstverherrlichung arbeiten – diese Tatsache habe ich schon mal angeprangert. Nicht, um andere anzugreifen, sondern um zu sagen „Halt! Was wollen wir wirklich?“

Wollen wir nur über schöne Prinzipien reden, weil es uns einfach gefällt, oder wollen wir wirklich konkrete Schritte unternehmen, um uns selbst und unsere Welt zu verändern?

Wir können nicht halbe Sache machen.

Entweder arbeiten wir für uns und unser kleines Umfeld oder wir arbeiten für das Wohl aller – das ist ausschlaggebend, davon bin ich fest überzeugt. Das gilt nicht nur für die Welt der Spiritualität, sondern auch für die Welt im Allgemeinen, für die Menschheit, die Politik, wo jeder mit großen Prinzipien hantiert.

Die Menschen, die gesamte Erde leidet unter dieser Selbstlüge – anders kann man das nicht nennen. Wir sind uns nicht im Klaren über diese Situation, über das, was unsere Welt braucht und was wir selbst wollen.

Wir wollen eine Veränderung, aber wir denken uns dabei: „OK, aber nicht um jeden Preis, weil ich meine Bequemlichkeit nicht gefährden möchte“.

Da sind wir wieder beim Begriff der Entbindung. Bei einer Entbindung gibt es irgendwie immer einen Preis zu zahlen. Das ist vielleicht nicht sehr schön ausgedrückt, aber das ist selbsterklärend. Etwas muss platzen. Die Fruchtblase muss sich öffnen und das Fruchtwasser freigeben… Das ist unser jetziger Zustand im Hinblick auf den Bewusstwerdungsprozess: die Fruchtblase mit dem Mutterkuchen und dem Fruchtwasser, das sind die Ideale, die uns umgeben und ernähren, und gleichzeitig müssen wir ihre Wirklichkeit annehmen, wenn die Geburt bevorsteht. Das geht nicht ohne Schmerzen, denn Mutter und Kind leiden beide während der Entbindung.

Heute sind wir sowohl die Mutter als auch das Baby. Als Mutter wollen wir gebären und vielleicht haben wir Angst vor der Entbindung, das ist nur verständlich. Als Baby wollen wir aus dem Bauch der Mutter hinaus, und dafür müssen wir die Fruchtblase durchstechen – das ist ein logischer Vorgang und dennoch leiden wir, weil wir eine fremde Welt betreten, wo wir alles neu kennen lernen müssen.

Deshalb fühlen wir uns innerlich angespannt und müssen uns ernsthaft bemühen, um uns anzupassen – und zwar nicht halbherzig.

Ich richte mich ganz besonders an alle Menschen, die sich mit Bewusstseinserweiterung, Spiritualität und Selbstentwicklung beschäftigen: Wenn sie wirklich etwas erreichen wollen, dann müssen Sie akzeptieren, was es bedeutet – heute und nicht morgen! Sie müssen sagen: „OK, ich werde mein Leben ändern und damit beginnen, meinem Nachbarn zu helfen und besser zu lieben.“

Im Hier und Jetzt muss es blitzschnelle Erkenntnisse geben – das ist heute von größter Wichtigkeit. Reden ist einfach, aber Taten müssen folgen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, denn die Veränderung betrifft Familie, Ehepartner, Kinder, Arbeitskollegen sowie fremde Menschen, denen man draußen begegnet. Und die Veränderung vollzieht sich mit wachsender Geschwindigkeit, wenn wir dem Ruf der Erde und des Kosmos folgen.

Die Veränderungen, die momentan auf unserer Erde stattfinden, werden durch Veränderungen des gesamten Planetensystems ausgelöst – Veränderungen des kosmischen Systems durch eine gewisse Anzahl von Zyklen, die ineinander übergreifen. Die Erde entwickelt sich im Rahmen eines übergeordneten Entwicklungsprozesses, und so weiter bis ins Unendliche. Wir selbst sind nicht am Ende eines Weges, wir befinden uns an einem bestimmten Stadium unserer Entwicklung und es liegt an uns, ob wir uns verstellen wollen oder nicht.

Und wenn wir eine Veränderung nur vortäuschen, werden die Ereignisse für uns viel schmerzhafter werden. Das ist völlig normal.

Marie Johanne Croteau: Viele reagieren jetzt fast euphorisch, weil der 21. Dezember 2012 ohne großes Leid vorbei gegangen ist, und die Menschheit im Endeffekt überlebt hat. Man kann es damit vergleichen, dass man am Anfang des Tages eine Tür öffnet und mit der alten Welt abgeschlossen hat, dennoch muss man noch eine neue Welt erschaffen und selbst heranwachsen…

Daniel Meurois: Man könnte schon sagen, dass die Nabelschnur auf kosmischer Ebene durchtrennt wurde. Es heißt aber nicht, dass die Arbeit vollendet ist. Im Gegenteil… die Arbeit beginnt erst jetzt.

Unsere tiefgehende Struktur hat sich verändert und wir verfügen jetzt über ein anderes Potential. Der Samen ist gesät worden, nun hängt es von uns ab, was damit passiert. Entweder machen wir daraus etwas Positives oder wir halten krampfhaft und unter allen möglichen Vorwänden an den Reflexen der alten Welt fest.

Irgendwie ist diese Haltung verständlich, denn es ist nicht einfach, von gleich auf jetzt vom Rand des Schwimmbeckens zu springen und los zu schwimmen. Das kann ich – und das können alle – sehr gut nachvollziehen. Nichtsdestotrotz müssen wir den Schritt wagen in den neuen Raum, der sich uns gerade öffnet. Es bringt überhaupt nichts zu sagen, dass der 21. Dezember vorbei ist und dass im Grunde gar nichts passiert ist. Offiziell ist nichts passiert, aber innerlich haben wir eine neue Programmierung erhalten. Wir selbst – als anscheinend verantwortungsbewusste Wesen – müssen entscheiden, was wir damit machen. Ich glaube, dass Betrug, Heuchelei und Vorwände immer weniger Bestand haben werden in dieser neuen, beginnenden Ära.

Ich bin fest davon überzeugt, dass alles, was wir uns an karmischer Schuld aufladen – auch in den kleinen Dingen –, in Zukunft immer schneller auf uns zurückkommt. Es werden keine Hunderte oder gar Tausende von Jahren mehr dauern, bis wir ernten müssen, was wir gesät haben, im Guten wie im Schlechten. Die Welt, die wir dabei sind zu entdecken, wird uns immer schneller zurückgeben, was wir gesät haben. Das ist eine Eigenschaft der neuen Ära, die auf uns zukommt.

 Ich benutze häufig die Analogie des Pendels, um dieses Phänomen zu erklären. 26 000 Jahre lang haben wir uns in einer Abwärtsbewegung befunden. Sie wissen ja, je näher sich ein abwärtsschwingender Pendel der tiefsten Position nähert, desto schneller ist seine Abwärtsbewegung. Genau das haben wir in den letzten Jahrzehnten erlebt. Es gab uns das Gefühl, dass vieles, was wir bisher kannten, begonnen hatte zu bröckeln und sich aufzulösen und irgendwie an Wert verloren hatte – trotz aller technologischen Fortschritte. Aber, wie jeder weiß, technologischer Fortschritt bedeutet nicht zwangsläufig menschlicher Fortschritt.

Nun sind wir also am untersten Punkt der Abwärtsbewegung angelangt und der Pendel wird bald wieder aufwärts schwingen. Wir sind am Anfang einer langen Aufwärts-Periode von vielen Jahrtausenden. Das ist der normale Lebenszyklus und wir haben keinen Einfluss darauf. Dennoch, genauso wie der Pendel in der letzten Phase der Abwärtsbewegung an Geschwindigkeit gewonnen hat, so wird die erste Phase der Aufwärtsbewegung auch schneller vonstattengehen. Das ist ein einfaches physikalisches Gesetz.

Aber worauf ich hinaus wollte, war, dass wir die Konsequenzen unserer Handlungen immer schneller spüren werden, und das in allen Richtungen – im Guten wie im Schlechten –, denn der Pendel schwingt in der ersten Phase schneller aufwärts und je weiter der Aufstieg, desto langsamer wird er. Auf menschlicher Skala sind das aber extrem lange Zeitperioden.

Die sogenannte Zeit der Apokalypse, die wir erleben, entspricht eben dem tiefsten Punkt der Pendel-Abwärtsbewegung. Wie wir schon gesehen haben, ist es nicht das Ende der Welt, sondern das Ende einer inneren Welt und eines gewissen Gleichgewichts des Planeten und der Menschheit. Der Begriff Apokalypse bedeutet nicht „Ende der Welt“, wie jeder weiß – aber manchmal muss man es noch einmal sagen, weil alte Ideen so hartnäckig sind –, sondern „Offenbarung“.

„Offenbarung“ der essentiellen Werte oder der Werte, die unseren Alltag betreffen. Was ist 2011-2012 auf sozialer, politischer und wirtschaftlicher Ebene eigentlich passiert? Betrüge, Skandale und Schwindel wurden entlarvt; autoritäre Regimes, die keinen Platz mehr auf der Erde haben, sind zerfallen. Das ist die Offenbarung… die Offenbarung für die Völker, die ihr Leben in die Hand nehmen und langsam begreifen, dass sie damit ihr Schicksal verändern können. Das alles gehört zur Offenbarung. Das heißt aber nicht, dass ab sofort nur noch Wunderschönes passiert und das Leben leicht wird… Nein, noch einmal sei gesagt, dass es eine Übergangsphase ist. Unsere Freiheit liegt darin, wie wir durch diese Türen gehen und was für ein Licht wir inkarnieren wollen. So einfach ist das.

Der Begriff vom Licht hat schon immer eine etwas wirklichkeitsfremde Konnotation gehabt, aber jeder weiß in seinem Innersten – selbst die Atheisten oder bekannten Agnostiker –, was das Prinzip des Lichtes bedeutet.

Licht ist Freude, Frieden, Glück… und das Glück ist schließlich nicht nur das Verlangen, sondern das Grundbedürfnis eines jeden Menschen.

Marie Johanne Croteau:  Glaubst du, dass außerplanetarische Kräfte in die angekündigte Mutation eingreifen werden? Wenn ja, wird ihr Einsatz ausschlaggebend sein?

Daniel Meurois: Meiner Meinung nach ist es unumgänglich, dass außerplanetarische Kräfte – nennen wir sie so, um nicht „außerirdisch“ zu sagen, denn dieser Ausdruck ist bereits überstrapaziert –, dass außerplanetarische, intelligente Wesen bzw. Brüder in menschlicher Form, die in anderen Welten leben, in diesen Prozess eingreifen. Das wird mit Sicherheit ein entscheidendes Ereignis werden, das die Menschen aufrüttelt und begreifen lässt, dass sie nicht alleine sind und es andere Lebensformen gibt. Das wird ihre inneren Grenzen sprengen. Ich glaube, viele von uns werden lernen müssen, ihre negative Programmierung im Hinblick auf außerirdisches Leben zu revidieren.

In Filmen sehen wir nur Lebensformen, die die Erde erobern wollen… aber das entspricht nicht der Wirklichkeit.

Es handelt sich um erzieherische Kräfte. Sie kommen zu uns als große Brüder, als Freunde, die uns seit Menschengedenken die Hand halten und uns lehren. Dass sie sich in der Vergangenheit sehr zurückgehalten haben, hat nur damit zu tun, dass sie nicht unsere Hausaufgaben für uns erledigen wollen… dennoch mögen manche Lehrer sich zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigen, um uns den Anstoß zu geben, eine bestimmte Schwelle zu überwinden und unsere mentalen Schranken zu sprengen. Dadurch werden aber noch lange nicht all unsere Probleme gelöst, denn diese Wesen kommen nicht mit der Absicht, die Gesellschaft für uns neu zu organisieren. Soviel ich weiß – durch meine Kontakte mit einigen von ihnen –, sie werden uns lediglich Muster und Modelle vorstellen, und uns dabei klar machen, dass diese unserer Persönlichkeit und irdischen Sensibilität sowie der Vergangenheit der Erde angepasst werden müssen.

Sie werden also als Wegweiser für uns fungieren – diesen Ausdruck verwende ich gerne, weil er für sich spricht –, aber ganz sicher nicht als Meister der Weisheit, die uns an die Hand nehmen und durch eine Tür führen – durch eine Feuerwand, hinter der sich eine idyllische Welt verbirgt.

Nein, ganz sicher nicht! Ihre Anwesenheit wird zweifellos entscheidend sein, dennoch wird sie nicht unsere Probleme für uns lösen. Es handelt sich um eigene Probleme, die mit unserer Lebensauffassung und Wahrnehmung von Mitmenschen zusammenhängen – und das alles steht vor einem tiefgreifenden Wandel.

Sie werden uns einen Weg zeigen, aber sie werden uns nicht von innen verändern oder unser Bewusstsein auf wundersame Weise erweitern. Sie mögen vielleicht diese Wirkung auf einige Menschen haben, aber im Großen und Ganzen werden sie uns zuerst vor unsere Verantwortung und schwerwiegende Entscheidungen stellen. Was mich angeht, ich freue mich auf diese Aussicht, jedoch ohne sie zu idealisieren, weil ich seit jeher der festen Überzeugung bin, dass die Lösung unserer Probleme nur bei uns liegt, und dass niemand außer uns den Weg zum Frieden finden kann; das ist für mich eine Gewissheit.

Wir sollen froh sein, in einer solchen Zeit zu leben, wo große Ereignisse stattfinden und die Erde endlich aus der Isolation kommt, in der sie nicht nur von unserem Sonnensystem, sondern auch von der gesamten Galaxie getrennt war.

Wir haben uns selbst von den anderen Welten ausgegrenzt, indem wir Nabelschau betrieben haben und Egoismus, Härte und Gewalt zu unseren Werten gemacht haben. Das muss sich jetzt ändern, und ich glaube nicht, dass die außerplanetarischen Wesen eingreifen, solange es nicht eine gewisse Anzahl von Menschen gibt, die bereit sind, innerlich einen sehr großen Schritt zu machen und positiv auf ihre Anwesenheit zu reagieren. Ihre Offenbarung wird viele Ängste auf planetarischer Ebene wachrufen, aber auch große Freude. In dieser Zeit heißt es für uns, innerlich standhaft zu bleiben und uns nicht von Emotionen überwältigen zu lassen.

Und auf welche Weise werden sich die außerplanetarischen Wesen uns offenbaren? Das ist die große Frage. Die Entscheidung liegt bei ihnen. Der Überraschungseffekt und die Qualität der Inszenierung dieser Offenbarung wird unsere Aufmerksamkeit und Empfangsbereitschaft dementsprechend beeinflussen.

Sie müssen verstehen, dass es für diese Wesen eine große Herausforderung bedeutet, eine solche Tür zu öffnen. Das ist durchaus ein ungewöhnlicher Schritt.

Marie Johanne Croteau: Unsere Brüder von den Sternen hatten zum Beispiel angekündigt, dass sie eventuell auf unseren Fernsehkanälen erscheinen würden, um uns zu helfen, die Ereignisse zu verstehen und zu integrieren. Glaubst du, das ist noch aktuell? Und wenn ja, werden sie sich damit begnügen, sich uns zu offenbaren? Ich gehe davon aus, dass einige sich in unserer Mitte niederlassen werden, um uns als Modell zu dienen bei der Erschaffung unserer neuen Welt und der Integration von neuen Kreationskonzepten und neuen Voraussetzungen…

Daniel Meurois: Wenn ich richtig verstanden habe, ist das endgültige Schema noch nicht festgelegt. Schon deshalb, weil es auch von unserer kollektiven Haltung und unserem freien Willen abhängt.

Es geht für sie nicht darum, sich als Retter der Menschheit zu profilieren, die uns helfen wollen, unsere Gesellschaft neu zu organisieren. Ganz und gar nicht! Sie geben sich mit solchen Sachen nicht ab und wägen das Für und Wider einer Offenbarung immer wieder ab, wohlwissend, dass sie irgendwann doch stattfinden wird, weil es der natürlichen Ordnung der Dinge entspricht. Genauso, wie man einen neuen Kontinent entdeckt, so sind wir dazu bestimmt, das Leben in anderen Welten zu entdecken. Und das reiht sich ein in den Lebenserweiterungsprozess und die Erweiterung unseres Bewusstseins.

Das „Wie“ ist noch nicht festgelegt und das ist auch gut so, denn ein Überraschungseffekt bringt immer die schönsten Impulse.

Marie Johanne Croteau: Im Zuge des Zykluswechsels wird oft die Rückkehr Christi oder Maitreyas erwähnt. Wie siehst du das? Glaubst du an eine eventuelle Einheit der Religionen oder an eine einheitliche Spiritualität?

Daniel Meurois: In der Tat spricht man seit einigen Jahrzehnten von der Rückkehr Maitreyas oder Christi – beide Themen sind eng miteinander verwandt, da sie genau die gleichen Inhalte vermitteln… Eigentlich könnte man auch von der Rückkehr eines maßgeblichen Meisters der Weisheit sprechen, der die gesamte Menschheit unter einen Hut bringen würde.

Ich glaube tatsächlich, dass wir zu einem gegebenen Zeitpunkt mit der Erscheinung eines Meisters der Weisheit rechnen können – eines göttlichen Boten, man könnte auch von einem Propheten sprechen, der die Erwartungen einiger von uns erfüllen wird.

Dennoch bin auch fest davon überzeugt, dass diese Rückkehr – wenn sie stattfindet und wenn sie die Form eines inkarnierten Wesens einnimmt – nur erfolgen kann, wenn sie von genügend Menschenherzen herbeigesehnt und herabgerufen wird. In anderen Worten, es bedarf einer gewissen Menge liebender und hoffnungstragender Impulse aus den Herzen der Menschen, um in gewissem Maße die Energien zu verdichten, die dieses Wesen in sich vereinen wird.

Aber das ist nicht der eigentliche Punkt.

Der wahre Christus – der Christus, den wir über den inkarnierten Meister hinaus erwarten können, der Christus, den wir zu erreichen hoffen können – ist der Christus unseres Herzen, der innere Christus. Und dieser innere Christus steht in Verbindung mit dem Herzen unseres Planeten und dem Herzen unseres Planetensystems. Darüber habe ich schon öfters gesprochen. Das Herz unseres Planetensystems ist ganz einfach die Sonne, die der Pharao Echnaton „Aton“ nannte.

Ich habe in einigen Büchern darüber geschrieben, dass das Christus-Bewusstsein dem Herzen unserer Sonne innewohnt und unsere Sonne der greifbarste Ausdruck dieser Energie ist – einer göttlichen und nicht menschlichen Energie, die im Laufe der Zeit Christus, Krishna oder, um einen universellen Begriff zu verwenden, Energie des Sohnes genannt wurde.

Was geschieht aktuell mit der Sonne?

Astronomen und Physiker werden mir nicht widersprechen: Die Sonne ist, besonders seit 2011-2012, in eine Phase starker Aktivität eingetreten, wie man seit Menschengedenken noch nie erlebt hat. Die Sonne beginnt, eine bestimmte Strahlung in Richtung der Erde und auch anderer Planeten auszusenden, welche Veränderungen der Erdkruste bewirkt und das Gleichgewicht aller Leben auf dem Planeten beeinflusst. Wenn man die Sonne als Ausdruck der Christus-Energie betrachtet, heißt das: Wenn die Christus-Energie beginnt zu brodeln, dann tritt eine Energiewelle in Erscheinung, die man mit der Herabkunft des Heiligen Geistes vergleichen kann, und die alles Leben auf unserem und anderen Planeten verändert und verwandelt. Das ist die Geburt Christi, wie wir sie erleben können.

Es handelt sich um eine Solar-Bewegung auf allen Ebenen der Schöpfung.

Warum gibt es aktuell Sonneneruptionen? Auch darauf haben Astrophysiker eine Antwort.

Aus den äußersten Bereichen unserer Galaxie – und ich möchte hinzufügen: aus der zentralen Sonne unserer Galaxie – kommt eine energetische Wolke kosmischen Staubs auf uns zu, die das gesamte Planetensystem durchquert und Auswirkungen auf die Sonnenstabilität hat. Wenn wir die Sonne mit Christus gleichsetzen – mit der zweiten Person der Dreieinigkeit –, dann erhält die Sonne einen Impuls vom Vater. So verstehe ich das.

Aton – Christus – überträgt einen Impuls aus den äußersten Bereichen des Kosmos in Form einer energetischen Welle des Wandels aus dem Heiligen Geist in Richtung der Menschheit. Aber Achtung: Heiliger Geist heißt nicht Erleuchtung, das sollte uns klar sein, sondern Impuls für den Wandel.

Die Herabkunft des Heiligen Geistes (ich verwende nicht oft religiöse Begriffe, aber manche sprechen für sich), das ist ein inneres Erwachen, die Belebung unserer schönsten Impulse und die Erweiterung – die Sprengung – unseres Bewusstseins. Dieses Erwachen, gleich einem Erdbeben für unser Bewusstsein, bedeutet aber nicht, dass von einem Tag zum anderen alles klar und einfach wird. Das habe ich bereits am Anfang des Gesprächs gesagt. Es ist ein Seelen-Beben.

In den sogenannten spirituellen Kreisen spricht man oft vom Erwachen der Kundalini – Indien und hinduistische Konzepte sind ja in den letzten Jahrzehnten zur Mode geworden… „Ich will meine Kundalini aktivieren, dann werde ich sofort klar sehen und aufsteigen“. Aber so funktioniert das nicht, denn die meisten Personen, deren Kundalini erwacht – und das ist viel seltener als man denkt –, erleben in der ersten Zeit eine äußerst schmerzhafte innere Zerrissenheit.

Man soll nicht davon ausgehen, dass bei einer Bewusstseinserweiterung alles von heute auf morgen rosig wird… Nein, es fallen dabei Schuppen von unserem Panzer und, selbst wenn das eine gute Sache ist und zu unserem Wohl geschieht, der Geburtsvorgang ist schmerzhaft.

Freuen wir uns darüber, denn Freude ist etwas Grundlegendes. Wenn ich „Christus“ sage – und das sage ich weil ich christlicher Herkunft bin, so wie die meisten meiner Leser und Zuhörer –, wenn die Christus-Energie heute immer spürbarer wird, dann nicht damit wir die gleichen Muster von früher wiederholen, sondern damit wir uns über uns selbst erheben. Das ist der Mühe wert.

Deshalb ist Freude eine unverzichtbare Zutat unserer Wandlung. Freude heißt nicht, ständig auf Wolke siebzehn schweben. Es wird Schwierigkeiten geben, es wird immer Schwierigkeiten geben, denn sie gehören zu den Freuden der Entwicklung.

Freude ist die Fähigkeit, die wir erlernen müssen, immer höher über den Wolken zu fliegen. Ich weiß, viele von Ihnen, die mich öfter gehört haben, kennen bereits diese Worte. Aber Wiederholung ist notwendig, um Konzepte zu verankern.

Wir müssen eine gewisse Anzahl von Konzepten integrieren. Wir müssen heute ein neues Lebensalphabet lernen. Zumindest ist es das, was von uns verlangt wird.

Marie Johanne Croteau:  Was bedeutet das konkret für uns im Jahre 2013?

Daniel Meurois: Was von uns erwartet wird, ist, sich selbst und authentisch zu sein und sich nichts vorzuspielen. Ungeachtet dessen, wer wir sind und welche Verantwortung wir tragen, sollen wir anstreben, immer authentischer werden. Diese Aussage mag banal, abgenutzt und fast stereotypisch klingen, dennoch bringt sie die Lösung unseres Problems: Sich nichts mehr vormachen, nicht mehr versuchen, andere mit unserem Wissen oder mit großen Konzepten zu imponieren, sondern einfach im Leben verankert sein und das, was wir zu glauben behaupten, nach unseren Möglichkeiten in die Tat umsetzen. Natürlich ist es gut, wenn das Leben manchen von uns ein Mikrofon gibt bzw. einen gewissen Bekanntheitsgrad wie zum Beispiel in meinem Fall, aber das ist nicht allgemein der Fall und es ist auch nicht schlimm, denn jeder von uns kann seinen kleinen Beitrag leisten. Und manchmal ist die Wirkung dieses kleinen Beitrags sehr groß. Denn gerade in unserem Umfeld können wir am besten die Saat einer besseren Zukunft säen, indem wir nicht mehr falsch spielen, indem wir Großzügigkeit walten lassen und nicht mehr versuchen, andere zu dominieren. Viel zu oft herrschen noch zwischen uns Machtspiele, soziale Spiele und Manipulation. Auch wenn diese nicht bösartig gemeint sind, wird dadurch viel zu oft ein unehrliches Spiel aufrechtgehalten. Lassen Sie uns „wir selbst“ sein, ohne irgendetwas beweisen zu müssen. Wenn wir nicht mehr das Bedürfnis haben, uns beweisen zu müssen, dann sind wir wahrlich „wir selbst“, das heißt, in Essenz schöne, edle Wesen, die ihresgleichen viel zu geben haben.

Es ist nicht notwendig, sich mit großen Prinzipien zu beschäftigen. Schön, wenn man diese verstehen und darüber reden kann, aber was können wir in unserem Alltag konkret damit machen?

Das ist unsere Herausforderung. Und sie soll uns ermuntern, uns von den festgefahrenen Strukturen zu befreien, die uns die Gesellschaft eingeschärft hat und zu welchen wir uns seit sehr langer Zeit verpflichtet fühlen.

Wir sind mit unseren aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen nicht zufrieden, das steht fest.

Müssen wir sie hinnehmen? Nein, das glaube ich nicht mehr. Muss das Problem mit Gewalt gelöst werden? Natürlich nicht, aber nichtsdestotrotz müssen wir uns aufrütteln und nein sagen können, wenn wir nein meinen.

Lernen wir, nein zu sagen. Lernen wir „Stopp“ zu sagen, wenn wir einen Weg nicht beschreiten wollen und geben wir denjenigen das Wort, die mit Herz und Seele reden und nicht für sich selbst arbeiten – den wahren MENSCHEN, groß geschrieben. Es gibt viel zu tun, viel Arbeit, die Tag für Tag Willensstärke und Kohärenz erfordert.

Es stehen auf sozialer und individueller Ebene viele große Entscheidungen bevor, und ich hoffe, dass wir diese friedlich treffen können. Das müssen wir jedenfalls.

Marie Johanne Croteau: Zum Schluss, Daniel, gibt es eine Kernbotschaft für diejenigen, die uns heute zuhören?

Daniel Meurois: Eine ganz einfache Botschaft in wenigen Worten: „Es wird Zeit, sich aufzuraffen, um etwas zu tun“. Und noch einmal, bleiben wir dabei konsequent.

Was wollen wir? Liebe, Schönheit, wahre Toleranz, Gerechtigkeit, Richtigkeit?

Dann tun wir endlich etwas, um diese Qualitäten hervorzubringen! Warten wir nicht darauf, dass ein Regierungschef diese Aufgabe für uns erledigt. Lassen wir sie zuerst aus uns selbst hervorquellen!

Wissen Sie, unsere Regierungen sind einfach die Fortsetzung von uns, sowohl vom Guten als auch vom Schlechteren in uns.

Versuchen wir also, bessere Menschen, schönere Seele, liebendere Herzen zu werden, und als logische Konsequenz wird jedes Land und jede Gesellschaft repräsentativere Menschen an der Spitze der Pyramide erhalten.

Lassen Sie uns aktiv werden und immer wissen, was wir wollen. Machen wir nicht wie in der Vergangenheit einen Schritt nach vorne, um direkt darauf einen Schritt zurück zu gehen. Wir treten schon seit viel zu langer Zeit auf der Stelle, zumindest sieht es danach aus. Natürlich hat eine Entwicklung stattgefunden, aber wir müssen wissen, was wir wirklich wollen und mehr Liebe entwickeln.

Mehr Liebe in uns zu entwickeln heißt aber auch, mehr Willenskraft zu entwickeln. Das ist von größter Wichtigkeit. Ohne Willenskraft ist Liebe nicht viel wert, zumindest viel weniger wert als sie sein könnte. Wir müssen uns diese Wahrheit zu Herzen nehmen, denn sie ist sehr wichtig, wenn wir uns selbst finden und gebären wollen.

Vielen Dank an alle! Ich zähle auf Sie! Wir, die wir offiziell mit Mikrofon für das Licht arbeiten, wir zählen auf Sie alle, die uns zuhören, damit die wunderbaren Werte, die wir alle herbeisehnen, Wirklichkeit werden. Wir sind nur die Fürsprecher, aber Sie, liebe Zuhörer, können wahrhaftig den Unterschied machen.

Danke!