Michèle Lefebvre: Ich würde Sie gerne bitten, Daniel, uns etwas mehr zu sagen über Ihre Fähigkeit, sich zu erinnern und Informationen zurück zu bringen, die Sie während Ihrer Reisen außerhalb des Körpers erhalten.

Daniel Meurois: Gerne! In der Tat sind viele Menschen ein wenig irritiert durch die Vielzahl an Informationen, die ich in meinen Büchern weitergebe, so dass manche sich sogar fragen, ob ich nicht bei den vielen Details noch eins draufsetze. Aber ich habe es nicht nötig, die Geschichte auszuschmücken, denn, wenn ich mich außerhalb meines Körpers befinde – und ich denke, das gilt auch für alle Menschen, die eine solche Erfahrung bewusst machen –, alles, was ich erlebe, fühle, rieche und sehe, wird mit außergewöhnlicher Klarheit vernommen und, wenn ich in meinen Körper zurückkehre, ist der gesamtea Film meiner Erfahrung noch während zwei oder drei Tage intakt in meinem Gedächtnis gespeichert; deshalb muss ich innerhalb dieser zwei oder drei Tage schreiben, denn danach bleibt nur noch das „normale“ Gedächtnis, sozusagen.

In Bezug auf das Phänomen der Gedächtnisschärfe möchte ich noch darauf hinweisen, dass jeder von uns jede Nacht außerkörperliche Erfahrungen macht, jedoch unbewusst. Jedes Mal, wenn wir einschlafen, verlässt unsere Seele den physischen Körper und begibt sich nach einem Schwingungsraum, einem energetischen Raum, der unserem Gefühlszustand entspricht. Daher macht jeder, wenn unwissentlich, diese Erfahrung. Jedoch hat nicht jeder die Fähigkeit, sich zu erinnern; es gibt so etwas wie eine Art Unbewusstsein oder Zensur, die vom physischen Organismus ausgeht, wenn man nicht für eine solche Erfahrung prädisponiert ist; in diesem Fall verlieren wir teilweise die Erinnerung daran, wenn unsere  Seele in den Körper zurückkehrt. Ich sage „teilweise“, weil wir uns an Träume erinnern, die eine Mischung aus Astralreise, Kontakten außerhalb unseres physischen Körpers und einer Art innerem, holographischem „Kino“ sind, das unseren Begierden, Trieben, Phantasmen usw. entspricht… Aber das eigentliche Problem besteht darin, sich zu erinnern.

Die Akasha-Chronik oder das Gedächtnis der Zeit

M.L.: Sprechen wir jetzt über das Buch „Essener Erinnerungen“, das inzwischen als Klassiker gilt. In diesem Buch erzählen Sie zum ersten Mal die Ereignisse um die Person Christi, die seit über zweitausend Jahren sorgfältig geheim gehalten werden. Wie sind Sie beim Schreiben dieses Buches vorgegangen?

D.M.: Das ist ein ganz anderes Thema und dafür müssen wir einen bestimmten Punkt zur Sprache bringen: Im außerkörperlichen Zustand habe ich festgestellt, dass unsere Welt nicht nur aus den vier bekannten Elementen besteht – nämlich: Erde, Feuer, Wasser und Luft –, sondern noch ein fünftes Element enthält, das man „Akasha“ nennen kann. Ich wurde auf meinem Weg sehr schnell dazu gebracht, unter der Führung meines Lichtführers, des blauen Wesens, dieses Element kennen zu lernen. Akasha besitzt die Fähigkeit, alles, was im Universum passiert, höchst getreu zu speichern. Aber bleiben wir erst einmal bei der Erde. Diese Substanz funktioniert in etwa wie die Festplatte eines Computers. Das heißt: Alles, was wir machen, erleben, riechen, fühlen, sehen, hören usw… wird von unserem Bewusstsein gespeichert; und unser Bewusstsein, wie eine äußerst präzise Videokamera, leitet diese Informationen an die sogenannte „Akasha-Chronik“, eine Art Aufzeichnungsband von absoluter Genauigkeit.

Im Zustand außerhalb meines Körpers muss ich nur ein wenig an den Schwingungen meines Astralkörpers arbeiten und schon gelingt es mir, mein Bewusstsein auf die Wellenlänge dieser aus Akasha bestehenden „Festplatte“ abzustimmen. Auf diese Weise kann ich – unter bestimmten Umständen – an das Gedächtnis einer Person anknüpfen, die zu einer bestimmten Zeit gelebt hat.

Das erste Mal für mich war es zur Zeit Jesus-Christus, vor zweitausend Jahren. Ich habe mein damaliges Leben als Simon sehr genau wieder erlebt… nicht Simon-Petrus, sondern ein einfacher, unbekannter Essener. Ich habe im Detail alle Besonderheiten dieses Lebens in der Umgebung Christi wieder gefunden. Auf diese Weise konnte ich das Material zum Buch „Essener Erinnerungen“ zusammentragen.

Ich muss sagen, dass die Akasha-Chronik ein fabelhaftes Arbeitswerkzeug darstellt; man erkennt dadurch, dass nichts im Universum verloren geht, absolut alles wird mit unglaublicher Genauigkeit gespeichert. Und dabei gibt es so viele Akasha-Aufzeichnungen, wie es Seelen gibt, die sich selbst bewusst sind. Und das ist wirklich fantastisch! Wir selbst – unser höheres Bewusstsein – zeichnen diese Erinnerungen auf und sie sind alle in uns. Im energetischen Zustand befinden sie sich in dem Ur-Atom, wie dieser Teil in der feinstofflichen Anatomie genannt wird. Das Ur-Atom befindet sich in unserem Herzen. Demnach sitzt unser gesamtes karmisches Gedächtnis – das heißt, das Gedächtnis unserer früheren Leben – in unserem Herzen. Das Herz ist also nicht nur ein schönes Symbol, sondern der Zeuge der gesamten Erlebnisse unseres innersten Wesens seit wir existieren.

Ich habe mich also dieser „Datenbank“ bedient (um einen modernen Begriff zu verwenden), um jedes Detail mit großer Intensität wiederzugeben. Diese Technik habe ich auch für andere Bücher benutzt (Essener Visionen, Jesus‘ Jüngerinnen, sowie La Demeure du Rayonnant, L’évangile de Marie-Madeleine, Louis du désert, Ce clou que j’ai enfoncé, François des Oiseaux). Es handelt sich nicht immer um persönliche Erinnerungen; manchmal wird mir durch Lichtwesen den Zugang – den vibratorischen Schlüssel – zum Gedächtnis anderer Personen gewährt. Bei „Essener Erinnerungen“ oder „La Demeure du Rayonnant“ handelt es sich um meine eigenen Erinnerungen; in “Ce clou que j’ai enfoncé”, zum Beispiel, war es das Gedächtnis eines anderen, das wird beim Lesen des Buches klar; oder in „Das geistige Erbe der drei Marien“ handelt es sich um das Gedächtnis von Salome.

Es handelt sich also um ein Arbeitswerkzeug, das auch ziemlich selten vorkommt. Ich höre schon, wie manche sagen: „Mann, der hat aber ein Glück!“… Und ich antworte sofort: ja und nein! Ja, weil es in der Tat faszinierend ist und man dadurch Unglaubliches erleben kann. Aber gleichzeitig ist der Zugang zu solchen Erinnerungen eine Belastung; erstens, weil man auch mal unangenehme Erinnerungen durchleben muss, es gibt Sachen auf die man stolz sein kann und andere wiederum nicht. Es sind nicht nur Bilder, die vor den Augen vorbeiziehen, vielmehr taucht man in eine Situation völlig ein und nimmt die verschiedenen Sinneseindrücke auf; man kann zum Beispiel Freude, aber auch Angst und Schrecken usw. erleben… Man durchlebt das Ganze noch einmal und es macht uns umso mehr verantwortlich für uns selbst und die Entwicklung unseres Lebens und schließlich unserer Seele.

Aber diese Fähigkeit ist nicht jedem zugänglich, ganz einfach, weil es auch das Leben kompliziert macht. Viele Menschen denken sich ein Leben in einer bestimmten Zeit aus. Das ist eine Mode geworden und man erkennt sehr deutlich, dass die meisten Menschen, die sich vergangene Leben ausdenken, oder die glauben, dass sie ein früheres Leben wieder gefunden haben (manchmal im guten Glauben, aber es gibt auch Schwindel), Schwierigkeiten haben, ihr Leben im Gleichgewicht zu halten; wer nicht in sich zentriert ist, erlebt ein Durcheinander in seinem Kopf und seinem Herzen.

Stellen Sie sich vor – auf einer ganz einfachen Ebene, auf der Gefühlsebene zum Beispiel – dass Sie in Ihrem Leben drei oder vier Personen wieder finden, mit denen Sie sehr starke emotionale oder Liebesbeziehungen in einem anderen Leben gehabt haben. Sie erinnern sich in Detail daran und Sie müssen die ganze Zeit damit klar kommen. „Der war mein Mann… Der war mein Sohn“… In einem normalen Leben ist es schon manchmal sehr schwierig, die verschiedenen Abschnitte dieses Lebens und unsere Erinnerungen zu bewältigen. Aber, wenn gleichzeitig die Informationen aus anderen Leben auch noch hinzukommen, dann hat man einen schönen Salat, falls man nicht gut zentriert ist!

Deshalb ist das Vergessen etwas Grundlegendes für die Entwicklung des Bewusstseins. Es ist ein Schutz, eine Sicherheitsschranke. Wer die Grenze des Vergessens überschreiten will, muss stabil und gut zentriert sein; das sage ich ohne Überheblichkeit.

M.L.: Haben Sie selbst niemals einen inneren Konflikt zwischen Daniel Meurois und diesen anderen Identitäten erlebt?

D.M.: Nein, keine Konflikte! Aber manchmal hat es mir Schwierigkeiten in der Gegenwart bereitet. Um ein Beispiel zu nennen: Nehmen wir an, ich treffe eine Person, die in einem früheren Leben mein Sohn gewesen ist. Wie verhalte ich mich in diesem Leben? Wenn mich bei seinem Anblick die Gefühle von damals wieder einholen, dann kann es störend sein. Ich habe schon Ähnliches erlebt, nicht um Konflikte zu erschaffen, sondern um mich in diesem Leben zu positionieren. Jedenfalls handelt es sich um Prüfungen, die man nicht unbedingt gewünscht hat. Manchmal bringen sie aber auch großes Glück. Aber noch einmal, man muss mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.

M.L.: Sie haben schon erwähnt, dass Sie viele Bücher in der gleichen Weise wie „Essener Erinnerungen“ geschrieben haben. Hat sich eine Lebensphilosophie aus dem herauskristallisiert? Was genau ist Ihr Ziel?

D.M.:  Es hat sich zwangsläufig eine Lebensphilosophie daraus entwickelt. Ich habe nicht mit dieser Methode so viele Bücher einzig und alleine für die Freude des Erzählens geschrieben.

Mein tiefer Wunsch und das, was von mir verlangt wird, ist es, so vielen Menschen wie möglich verständlich zu machen, wie wichtig es ist, dass sie den heiligen Aspekt des Lebens wieder finden. Deshalb versuche ich, allen meinen Lesern zu vermitteln, dass sie nicht nur Herr oder Frau Soundso sind, die einen bestimmten Beruf haben, von einer bestimmten Familie stammen und dessen Leben nichts bedeutet. Ihre Seele verfolgt einen Zweck durch das alles. Was bedeuten Ihre Schwierigkeiten? Woher kommen Sie und wohin gehen Sie?

Natürlich sind das immer die universellen Fragen… Aber was mir am Herzen liegt, was mich interessiert, ist zu versuchen, dass alle, die mich lesen, ein bisschen bessere Menschen werden. Das mag etwas anmaßend erscheinen, aber ich möchte an erster Stelle im Herzen der Menschen etwas bewirken und deren Bewusstsein für eine Vielzahl von Möglichkeiten öffnen; und sie sollen wissen, dass das Leben nicht nur auf das, was wir jetzt sind, begrenzt ist. Was wir von uns und von der Welt oder dem Universum sehen, ist nur eine kleine Facette von uns und es gibt unendlich viele andere. Unser Ziel ist es, auf etwas viel Besseres zuzugehen, auch wenn die Welt von heute das Gegenteil zu beweisen versucht und auf eine gewisse Art und Weise da ist, um unsere Flügel zu schneiden und unsere Hoffnungen zu zerstören.

Ich weiß, dass ich gegen den Strom unserer Welt und unserer Gesellschaft schwimme – und zum Glück bin ich nicht der Einzige. Das ist eben der Grund, warum ich seit ca. dreißig Jahren unermüdlich arbeite – durch meine Bücher und Vorträge –, um diese Werte, diese Hoffnung und diesen Horizont zu vermitteln.

Deshalb ja, es gibt eine Philosophie und es ist eine Philosophie der Hoffnung. Wir müssen wieder entdecken, wer wir sind, und das Göttliche in uns entfalten… unbedingt!

Die Weltregierung

M.L.: Gehen wir nun zu einem anderen Thema über, Daniel, wenn Sie erlauben. In Ihrem Buch „Celui qui vient“ (Der, der kommt) haben Sie das Thema Weltregierung behandelt, noch bevor andere Bücher von verschiedenen Autoren darüber berichteten. Da auch haben Sie Pionierarbeit geleistet. Dennoch, seit der Veröffentlichung dieses Buches haben Sie sich nicht oder nur wenig in der Öffentlichkeit darüber geäußert. Warum? Welchen Standpunkt vertreten Sie heute in Bezug auf die Weltregierung?

D.M.: Mein Standpunkt hat sich nicht geändert. Für mich ist das nach wie vor die Realität, vielmehr noch als vor sechzehn oder siebzehn Jahren, als dieses Buch geschrieben wurde. Aber dieser Realität möchte ich in meinem Leben nicht noch mehr Platz einräumen. Ganz einfach, weil es ziemlich dunkel ist. Ich wollte dieses Thema nicht mehr als nötig vertiefen, weil es bedeutet, im Schlamm zu wühlen. Damals bin ich gebeten worden, in diesem Buch über das Thema zu schreiben, weil es einfach notwendig war, die Menschen zum Nachdenken anzuregen über das, was in unserer Welt passiert; es ist aber kein politischer Aspekt, es ist kein politisches Buch. Dieses Buch wurde geschrieben, weil man mich gebeten hatte, die Reflexionen der Leser auf die Bewusstseinsmanipulation zu lenken.

Und die Absicht der Weltregierung – die in meinen Augen kein Mythos ist – besteht darin, das kollektive Bewusstsein zu manipulieren, um innerhalb von wenigen Generationen die ganze Menschheit zu unterjochen. Es gibt ein Ziel, das über die Menschheit hinaus geht, es gibt Impulse von außerhalb, weil die Erde nicht von den anderen Planeten isoliert ist, sie ist Teil eines Ganzen. In diesem Ganzen gibt es störende Elemente und die Weltregierung ist ein Ausdruck davon.

Ich wollte jedoch nicht mehr als erforderlich darüber sprechen, weil man die Menschen nicht zum Licht führen kann, indem man von der Dunkelheit spricht. Es ist wichtig, die Dunkelheit zu enthüllen, zu zeigen, dass es sie gibt; aber darauf zu reiten und in eine Dynamik der Dualität zu geraten… nein, ganz bestimmt nicht! Ich habe diese Arbeit gemacht, weil es von mir verlangt wurde – und es war auch keine angenehme Arbeit! –, aber danach habe ich aufgehört. Ich habe mir gesagt: „Jeder hat jetzt Denkanstöße gekriegt, aber ich muss weiterhin das Licht und die Verwandlung des Bewusstseins fördern. Das ist mein Ziel!