Maya ist ein Sanskrit-Wort, das das Phänomen der Illusion beschreibt, ein großes Konzept, das Teil aller metaphysischen Überlegungen ist. Sobald wir uns ein paar Fragen über den Sinn des Lebens stellen oder ins »Philosophieren« geraten, kommen wir meist zu der Schlussfolgerung »Alles ist illusorisch« – eine Art zu sagen, dass alles vergänglich ist und wir kaum mehr sind als Zuschauer in dieser eitlen Welt. Aus dieser Sichtweise kann eine gewisse Form von Weisheit erwachsen, es sei denn, dass eine nüchterne, oft kalte Einstellung gegenüber allem dahinter steht.
Wie Sie sich vorstellen können, möchte ich Sie auf diesen Seiten nicht gerade in diese Richtung einladen, denn das Thema sind hier nicht Volksweisheiten oder Philosophie, sondern ein langer innerer Weg, der unweigerlich zur Inkarnation einer essenziellen Spiritualität führt. Es ist eine Spiritualität ohne einschränkenden Namen und ohne Grenzen, die es erlaubt, »mit der Spitze des Bewusstseins« die Tatsache zu ertasten, dass allen Kämpfen und dem meisten Leid letztendlich Unwissenheit zugrunde liegt. 

Warum Unwissenheit und nicht der Mangel an Liebe? Weil Wissen, einmal verinnerlicht, unweigerlich in der Manifestation von Liebe mündet, denn es lässt uns ihr Fundament und ihre bestechende Logik im Gefüge dessen erkennen, was wir als das Leben betrachten. 

Wenn wir also die Unwissenheit hinter uns lassen, verstehen wir, dass Liebe nicht optional ist und wir durch sie diese Präsenz ermessen können, die das Göttliche genannt wird und das uns dazu antreibt, immer wieder geboren zu werden, bis es uns gelingt, in unseren Zellen zu erleben, was das Wunder des Lebens ist. 

 

Die Virtualität unseres Lebens 

Auf dem Weg hierhin ist die Frage nach dem illusorischen Aspekt unseres Lebens von grundlegender Bedeutung. Und im Übrigen auch unsere Epoche, denn sie privilegiert uns dazu, uns dem Wesen dieser Illusion nähern zu können. 

Durch die Entdeckung des Hologramms mit seinen Auswirkungen können wir heute tatsächlich besser nachvollziehen, was die Maya ist, ein Konzept, das bisher ausschließlich die großen Mystiker in ihren direkten Erfahrungen in verschiedenen Bewusstseinszuständen »kennengelernt« haben. 

Es ist eine Tatsache: Selbst wenn wir die technischen Mechanismen bei Weitem nicht erfassen können, sind wir alle inzwischen mit dem Begriff des Hologramms vertraut – ganz einfach, weil wir schon gesehen haben, worum es sich dabei handelt. Unsere Gesellschaft bietet uns dazu zahllose Gelegenheiten, mit Shows, Special Effects in Filmen und natürlich virtuellen Games – regelrechte Fallen, die viele aus ihrer Inkarnation hinausbefördern, wenn sie zu süchtig danach werden. 

Dieser letztere Aspekt des Universums der Illusionen lässt mich besonders aufhorchen, denn eines sollte klar sein: Was Entwickler und Programmierer mithilfe einer Technologie realisieren können, wird von einem Mysterium, das wir allgemein das Bewusstsein nennen, permanent spontan erzeugt, allein dadurch, dass es Ist … 

Und genau da kommt der Begriff der Bewusstseinsstufe ins Spiel, den wir schon angesprochen haben. 

Zu irgendeinem Zeitpunkt unserer gemeinsamen Geschichte müssen wir darüber übereinkommen: Das vollkommene, unfassbare, unermessliche Bewusstsein ist ganz einfach das Göttliche; es ist ein reines Hyper-Energiefeld, das sich in eine Unendlichkeit »kleiner Bewusstseine« hinein fortsetzt, die wie die Bestandteile eines gigantischen Hologramms dessen vollständiges Abbild in sich tragen. 

Und da in jedem dieser Bestandteile das Gesamtgedächtnis ihres Ursprungs wohnt, wie kann es da noch verwundern, dass jeder auch genauso funktioniert? 

Für das menschliche Wesen läuft es darauf hinaus, dass unser individuelles Bewusstsein durch alle Stadien seines Erwachens hindurch genauso seine Hologramme oder, wenn wir wollen, Virtualitätsstufen erzeugt, in die es sich projiziert und in denen es lebt, ständig gefangen in seiner inneren Wirklichkeit und seiner eingeschränkten Selbstwahrnehmung. 

Aus all dem folgt, dass die Art Universum, in dem wir sind oder zu sein glauben, tatsächlich das Resultat eines kollektiven Hologramms ist, das die Summe unserer individualisierten Bewusstseine im aktuellen menschlichen Stadium gleichzeitig in einem unaufhörlichen Impuls aus Abermilliarden von Verbundenheiten projiziert. 

Unser Planet, unser Universum und unser Kosmos, wie wir sie wahrnehmen, sind also nur Folgen dessen, wie wir fähig sind, sie zu denken. Mit anderen Worten, sie sind die logische Verlängerung des inneren Mikrokosmos, der uns allen gemeinsam ist. 

So leben wir und entwickeln wir uns mit all unseren Masken im selben gigantischen Traum, in derselben Illusion, deren Bestandteil unsere lineare Zeit ist, und schließlich auch in derselben vollständigen, feinstofflichen Virtualität, von der wir uns selbst überzeugen, dass sie das Wirkliche ist. 

Wann akzeptieren wir, der immer offensichtlicheren – und im Übrigen von der Quantenphysik vorgebrachten – Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir die Entwickler, Künstler und Akteure der Maya sind und es bleiben werden, solange unser individuelles und gemeinsames Bewusstsein noch nicht seinen freiwilligen Aufstieg hin zu einem Unendlichen begonnen hat, das unser jetziges Verständnis übersteigt? Es ist ein Verwirklichungszustand, den die Mystiker stets als das unaussprechliche Bewusstseinsfeld des Göttlichen gesehen haben. 

Deshalb sollte uns nun klar sein, dass der Mechanismus der Reinkarnation und die Gesetze des Karmas unerlässliche Werkzeuge zu dieser heiligen Reintegration sind. 

Zwar sind sie selbst fester Bestandteil der Maya, aber sie sind auch die Instrumente, um sie zu überwinden. Indem wir sie als Tatsache akzeptieren und ihr Spiel mitspielen, wobei wir gleichzeitig versuchen, uns in jeder neuen Partie mehr einzugestehen, dass es sich um eine Art Rollenspiel handelt, lernen wir, den Trick allmählich zu durchschauen. Und indem wir die Intelligenz und Gerechtigkeit des Spiels respektieren, erkennen wir schließlich bis hinein in unser erstes Atom, dass wir die Emanationen Dessen sind, Das es erschaffen hat … und nicht aufhört, sich auszudehnen … 

Da einige nordamerikanische Autoren nicht verstehen, dass das Karma ein Werkzeug ist, das uns in der Illusion an die Hand gegeben wird, haben sie die Behauptung aufgestellt, wir könnten es durch eine einfache Entscheidung »loswerden«, indem wir erklären, dass wir alles in uns neu starten. Aber wenn wir uns näher mit dieser Argumentation beschäftigen, stellen wir schnell fest, dass diese Annahme doch ziemlich simpel ist und vor allem das Ego in seinem »allmächtigen« Aspekt stärkt. Hier haben wir es mit derselben Maßlosigkeit zu tun, die manch einen dazu treibt, pompös zu behaupten: »Ich bin Gott« und hochmütig über den Weg hinwegzusehen, der vom »Ich zum Selbst« und dann vom »Selbst zum höheren Selbst« führt. 

 

Das persönliche Hologramm verändern 

Mit diesem Verständnis sind wir jetzt gut »gerüstet«, um uns diese Frage zu stellen: 

»Wie können wir uns aus der ermüdenden Dynamik des Karmas befreien und unsere Loslösung vom Irrgarten des Samsara ins Auge fassen?« 

Die Antwort klingt zwar einfach, ist aber leider komplex in der Umsetzung. Wie sollte es auch anders sein … 

»Wir treten nach und nach aus ihm heraus, indem wir beschließen, alles zu tun, um unser eigenes hologrammisches Universum zu verändern, das heißt, indem wir uns aus dem Spiel der Programmierungen und Unterjochungen befreien.« 

Dafür gibt es verschiedene Wege. Als Erstes fällt uns da natürlich der »Rückzug aus der Welt« und innere Disziplin ein, zu der wir uns verpflichten könnten, um uns von allem zu reinigen, was uns formatiert, ausbremst und schläfrig macht. 

Allerdings ist es ja so, dass das aus den unterschiedlichsten Gründen nicht jedermanns Sache ist. Es ist also eine Frage der Persönlichkeit, der Verantwortung, der Umstände, des Lebensweges … kurz gesagt des Karmas! 

Deshalb müssen einige von uns, die das Stadium eines notwendigen Wandels erreicht haben, einen entscheidenden Schock erleben, damit sie tatsächlich eine Wende schaffen. Wir könnten sogar von einem Elektroschock sprechen, der ihre Seele aufrüttelt und sie dazu anregt, aus ihrem Tiefschlaf zu erwachen. Es ist gewissermaßen ein »In-die-Ecke-Drängen« durch ein Ereignis oder Umstände, deren heiligen »Missions«-Charakter wir anerkennen müssen. Muss da noch betont werden, dass die Schwierigkeit in dieser »Anerkennung von Heiligkeit« liegt? Es ist eine Situation, die ohne Weiteres die »Anerkennung der Urheberschaft« aller Faktoren erfordert, die uns an einen Scheideweg geführt haben, wo eine radikale Entscheidung getroffen werden muss. 

Als Beispiel möchte ich hier die folgende Geschichte vom Anfang der 1980er-Jahre schildern. Sie dreht sich um jemanden, der nur wenige Male in mein Leben hereingeplatzt ist, von dessen Weg ich aber weiß, dass er recht erbaulich war. Es geht um einen noch jungen Mann, den ich Michel nenne und der zwar einen brillanten Schulabschluss hingelegt hatte, aber lieber schnell ins aktive Leben einsteigen wollte, statt zu studieren.
Seine Familie hatte nichts dagegen, sie lebten seit Generationen vom Handel und sahen in seiner Entscheidung nur die Fortsetzung einer Logik, die gewissermaßen in seine Gene eingeschrieben war. Michel wollte »das Leben auskosten« und sich daher die Möglichkeit verschaffen, so bald wie möglich etwas Geld zu verdienen. 

Es war eine Zeit, in der ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme stark ins öffentliche Interesse rückten. Ihm war das nicht gleichgültig, auch nicht das, was wir heute Alternativmedizin nennen. Hatte er nicht außerdem selbst festgestellt, dass die Natur ihm wohl eine gewisse »Heilkraft« der Hände geschenkt hatte? Er machte so seine Erfahrungen und stellte sich Fragen. 

Genau zu diesem Zeitpunkt traf jemand aus seinem nahen Umfeld die Entscheidung, einen Naturkostladen zu eröffnen. Der dynamische Michel erschien ihm sofort als der Richtige, um ihm in diesem Abenteuer zur Seite zu stehen. 

Der junge Mann zögerte nicht lange. Er stellte sich keine Fragen mehr zu seiner offensichtlichen Gabe und überlegte nicht mehr, was er vielleicht daraus machen könnte. Warum sollte er sich auch weiter »den Kopf zerbrechen«? Er hatte die Chance, gut zu verdienen, und das war das Wichtigste. Außerdem hatte der Inhaber des neuen Geschäftes mehr oder weniger durchblicken lassen, dass ihm wahrscheinlich der Posten des Geschäftsführers offenstand, sobald er etwas Erfahrung gesammelt hatte. Und schließlich folgte er damit ja nur dem erprobten Familienmuster! 

Allerdings hatte sein Chef und naher Verwandter einen Plan … und nicht irgendeinen. An einem Frühlingsmorgen, etwa zwei Jahre nach seiner Anstellung, erfuhr Michel direkt aus seinem Mund, dass er beschlossen hatte, seine Tochter ins gut laufende Geschäft einzuführen und ihr direkt nach ihrer Ausbildung die komplette Geschäftsführung zu überlassen. 

Michels ganze Welt brach mit einem Mal zusammen. Er, der alles für die Geschäftsentwicklung getan hatte, sodass er eigentlich schon zum wahren Geschäftsführer geworden war, nur ohne Titel und Vorteile, würde bald auf unabsehbare Zeit auf einem untergeordneten Posten arbeiten. 

Er bekam zu hören, es sei doch völlig normal, dass der Tochter des Chefs die Verantwortung für das Geschäft ihres Vaters übertragen würde. 

Michel ertrug die Situation nicht und kündigte sechs Monate später. Frustriert, aber immer noch »kampfeslustig« und durch seine Erfahrung gestärkt, beschloss er, seine eigene Firma zu gründen. In einer Zeitschrift hatte er von »magnetischen Vorrichtungen« erfahren, die dazu beitragen sollten, die Gesundheit der Hausbewohner positiv zu beeinflussen. Die Firma, die die Produkte entwickelt hatte, suchte Vertriebler für die Markteinführung. Das war genau das Richtige für ihn, da war er sich sicher! 

Und so stieg Michel also an der Spitze seines eigenen jungen Unternehmens ins Geschäft ein. Die Familientradition verhalf sich wieder mit denselben wohlbekannten Reflexen und Bezugspunkten zu ihrem Recht. Der Erfolg kam sofort. Michel wusste noch nicht einmal, ob er eigentlich selbst an das glaubte, was er verkaufte, aber das Geld floss, und zumindest war er damit nicht von seinen Händen abhängig, die ihn nach wie vor immer mal wieder mit einem Wärmegefühl auf sich aufmerksam machten. 

Zwei oder drei erfolgreiche Jahre ging es so weiter. Doch dann verblasste der Modetrend für die Vorrichtungen, die er vertrieb. Ganz allmählich machten die Kunden sich rarer, bis er eines Tages erfuhr, dass die Firma, die ihm die Geräte lieferte, plötzlich den Betrieb eingestellt hatte. 

Für Michel bedeutete das, dass seine Geschäftstätigkeit mit einem Schlag endete. Alles brach erneut für ihn zusammen, und er fühlte, wie eine unbarmherzige »schwarze Nacht« sich ihm näherte. Mehrere Wochen sah er sich am Rande des Abgrunds. Doch dann beschloss er glücklicherweise spontan, sich nicht in die Tiefe ziehen zu lassen, sondern sich so weit wie irgend möglich von seinen bisherigen Bezugspunkten zu entfernen. 

Michel hatte einen »Elektroschock« erhalten, durch den er brutal erkannt hatte, dass etwas ihn zur Quintessenz seines Lebens zurückführen wollte. Ohne wirklich zu wissen, was ihn erwartete, verkaufte er sein Auto, nahm seinen Rucksack und seine Ersparnisse und beschloss, die Welt zu bereisen. 

Einige Jahre später kreuzten sich unsere Wege, und er war erkennbar nicht mehr derselbe. Gelassen erzählte er mir, dass er nach einer etwas mehr als einjährigen Reise, die es ihm ermöglicht hatte, sich selbst und seine wahren Bestrebungen wiederzufinden, beschlossen hatte, Kurse in einer renommierten Schule für alternative Heilmethoden zu besuchen. Er hatte sie mit einem Diplom abgeschlossen und sich Schritt für Schritt einen Patientenkreis aufgebaut, durch den er seinen Unterhalt bestreiten konnte. Er lebte in bescheidenen Verhältnissen, aber in Frieden, irgendwo mitten in Frankreich, wo er gerade eine Familie gegründet hatte. 

Seine Hände, versicherte er mir bei unserer Begegnung, hatten ihn aus dem Schock der brutalen Betriebsschließung gerettet und waren »ein für alle Mal« erwacht, nachdem sie sich ihm auf seinem einsamen Weg immer wieder in Erinnerung gebracht hatten. Am Ende hatten sie ihn zum Wesentlichen zurückgeführt, das in Wahrheit schon immer in ihm gewohnt hatte. 

Natürlich hatte Michel nicht das komplette Hologramm seines Lebens verändert, aber zumindest einige Parameter. Er hatte sich eine andere innere Landschaft erschaffen, weit entfernt von den ausgetretenen Familienpfaden, und ein Lebensszenario aufgebaut, das näher an seinem Seelenvertrag war. 

Es ist eine einfache Geschichte, die keinen Lärm macht und von denen es Abertausende gibt, alle mit ihren Besonderheiten und Unterschieden, aber mit einer Gemeinsamkeit: Es galt, eine Deprogrammierung zu bewerkstelligen, ein Leben neu zu erfinden und ein inneres Hologramm zu verändern. 

Natürlich müssen es nicht immer radikale Elektroschocks sein wie bei Michel in einem Moment, der sein ganzes Leben infrage stellte, aber ich denke, dass die Prinzipien der »Rückschau« und möglichen »Umschreibung« unserer Lebens- oder zumindest Funktionsmuster die meisten von uns betreffen. Inwieweit ist die Welt mit ihren starren Parametern, in der wir zu leben akzeptieren, ein Spiegel der Überzeugungen, Vorurteile und Verhaltensweisen, die wir genetisch von unserer Familie geerbt haben? Dazu noch die sehr subtilen, ständigen Einflüsterungen unserer Gesellschaft und der gewaltige Egregor der Stagnation, der von der Menschheit durch ihre primären Automatismen erzeugt wird, sich um sich selbst dreht und sich in der planetaren Aura immer wieder auflädt. 

Wenn wir feststellen, dass unserem Leben der Sinn fehlt und wir immer wieder unzufrieden sind und an Problemen leiden, müssen wir uns einen Ruck geben, um aus diesem Zustand hinauszufinden. 

Uns einen Ruck zu geben, bedeutet natürlich zuerst einmal, den Mut zu haben, uns mit all unseren einengenden Gewohnheiten und unserem virtuellen inneren Mikrouniversum selbst zu beobachten, das sich aus Gefügigkeit und Ängsten zusammensetzt. 

Uns einen Ruck zu geben bedeutet auch, unser Leben anders zu denken, es in innerer Einkehr neu zu erfinden und so unsere Welt neu mitzugestalten. 

Im Unsichtbarem, das uns sehr nahe ist, sind unsere Gedanken aktive Formen, lebendige Werkzeuge, die unsere Gegenwart formen und zugleich unsere Zukunft säen. 

Tun wir mit dieser Bewusstwerdung alles, um unsere Gedanken schöner, edler, konstruktiver und heiliger zu machen … In ihnen liegt die Grundlage zur Veränderung unseres persönlichen Hologramms. Sie sind der Ausgangspunkt für unsere allmähliche Wiederverbindung mit dem ursprünglichen Traum Dessen, das in uns pulsiert. 

 

Jenseits aller Trugbilder – die Vorzüge des Lächelns 

Welcher vernünftig denkende Mensch ist jenseits philosophischer Überlegungen noch nie vom Lächeln des Buddhas in manchen Darstellungen angesprochen oder sogar sehr berührt worden? Nichts liegt näher, denn es ist ein Lächeln, mit dem ohne Worte alles gesagt zu sein scheint … 

Wahrscheinlich auch, weil es ein Lächeln ist, das eine Sichtweise, eine Vision vermittelt, die machtvoll all die übereinandergestapelten Masken durchdringt, durch die das Bewusstsein Seine Natur verwirklicht. 

Angesichts der grundlegenden Wahrheiten, für die dieses Lächeln steht und denen gegenüber wir je nach unserem Fahrplan empfänglich oder gleichgültig sein können, können wir nicht leugnen, dass jenseits aller Traditionen und Kulturen eine Lehre in ihnen liegt, die jeden von uns betreffen kann. 

Mit seiner offensichtlichen Unerforschlichkeit ruft dieses Lächeln ganz stark etwas in uns wach, das uns noch fehlt, um den Ausgang aus dem Samsara zu finden und uns wieder mit uns selbst zu vereinen. Ich nenne es »die sanfte Macht der Entdramatisierung«. 

Bei dem Wort »Entdramatisierung« muss ich jedes Mal an einen kleinen Satz mit großer Tragweite eines Meisters der Weisheit in Südindien denken, an Swami Premananda, den ich einst sehr gut kannte … 

Er hatte damals mit sehr schwierigen Umständen zu kämpfen, und an einige, die sich bestürzt darüber zeigten, richtete er mit einem Lächeln mehrmals diese wenigen Worte: »Don’t worry, it’s only a drama!« (»Keine Sorge, es ist nur ein Drama!«) Und zwar aus gutem Grund, denn auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Alle unsere Reisen durch diese Welt sind nur ein Schauspiel … 

Aber auch wenn wir manche tragischen Aspekte dieser Reisen nicht meistern, so können wir zumindest versuchen, ihren Abdruck in unserem Herzen und in den Herzen der anderen durch eine einfache Haltung zu bereinigen: ein Lächeln. 

Die Vorzüge des Lächelns sind unendlich machtvoller und weitreichender, als wir es uns allgemein vorstellen. Durch die Entspannung sämtlicher Gesichtsmuskeln bewirkt das wahre Lächeln eine innere Haltung, die der inkarnierten Persönlichkeit ihr leuchtendes Siegel aufdrückt, die es selbst wiederum der Seele übermittelt. 

Als entspannende, lösende und heilsame Geste berieselt uns ein Lächeln tief in unserem Inneren mit einer Leichtigkeit, die das Wesen entlastet und es ihm erlaubt, an Höhe zu gewinnen und
das Labyrinth seiner Illusionen zu überblicken …

Denn aus vertrauensvoller Klarsicht und einem erweiterten Horizont kann Entdramatisierung erwachsen. 

Eine Körperhaltung, und wenn auch nur durch das Gesicht zum Ausdruck gebracht, kann immer eine Bewusstseinshaltung erzeugen; sie ruft sie förmlich herbei. 

Genau das ist die Funktion des Lächelns, für uns selbst in unserem inneren Dialog wie für andere, denn es schlägt eine Brücke zu ihnen. 

Ein Lächeln öffnet das Herz ohne Worte, ohne dass der Kopf dabei etwas zu sagen hat, und wie auch immer das Lebenshologramm desjenigen aussehen mag, der es schenkt oder empfängt. 

So wie Buddha Gautama lächelte auch Jesus Christus. Leider haben wir dieses »Detail« vergessen und ihn viel zu oft auf ein Symbol des Leidens, genagelt an einen Holzpfahl, reduziert. 

Aber lassen Sie uns aus diesem Vergessen vor allen Dingen nicht noch eine weitere »kollektive karmische Schuld« machen, denn selbst die Erfahrung des Vergessens ist eine Gelegenheit zu wachsen. 

Also lächeln wir über unseren Gedächtnisverlust – und wagen wir es, uns daraus zu befreien! 

 

© Daniel Meurois: Das Labyrinth unseres Karmas. Unseren – Seelenvertrag entschlüsseln und verstehen. 224 Seiten, Silberschnur Verlag. ISBN 9783969330913

In diesem kurzen Video geht Daniel Meurois auf den Begriff Karma ein: